Warum Lernbereitschaft in der IT der wichtigste Skill ist

Ein Mann schaut in seinen Latop und tippt etwas ein, im Hintergrund wird sein Desktop, auf dem programmiersprache zu sehen ist, auf eine Wand und den Mann projeziert

Als Recruiter sichtet man täglich Lebensläufe und verbringt viel Zeit damit, die Anforderungen der Fachabteilung mit den Fähigkeiten des Bewerbers abzugleichen. Doch dabei ist der Blick schnell nur retrospektiv und nicht auf die zukünftige Zusammenarbeit gerichtet. Warum dies weder den zukünftigen Anforderungen der IT noch den Bewerbern gerecht wird, zeigt dieser Beitrag.

Überbewertung fachlicher Skills

In einigen Bereichen der IT lesen sich Stellenanzeigen wie die Inhaltsstoffe auf Lebensmittelverpackungen. In einer langen Auflistung werden vielerlei Fachbegriffe aufgeführt, die der Kandidat dringend aufweisen soll: So muss der Softwareentwickler nicht nur erfahren mit der Programmiersprache Java sein, sondern sollte noch die Frameworks Hibernate, Spring und Spring boot, JSF; Umgebungen wie Eclipse, intelliJ, Netbeans; Datenbanken wie MySQL und HSQLDB; idealerweise Frontend-Erfahrung mit JavaScript, Angular 8 und vue.js aufweisen – von den einzelnen Applikationen ganz zu schweigen. Übersehen wird hierbei, dass sich die Anforderungen der IT rasant ändern.
Angular 2-8 existiert erst seit drei Jahren, vue.js seit 5 Jahren. Neue Versionen und Updates führen zum Erfordernis, Entwicklungsumgebungen anzupassen und eigene Entwicklungsprozesse neu zu überdenken. So, wie wir heute entwickeln, haben wir vor 5 Jahren noch nicht entwickelt. Und in 5 Jahren sicherlich auch nicht.
Auch andere Bereiche der IT sind davon betroffen: Ob Systemadmins, die sich mit neuer Hardware und Cloudlösungen beschäftigen, Security-Spezialisten, die stets neue Schadsoftware erkennen sowie Sicherheitsanforderungen gerecht werden müssen oder auch ERP-Profis, die vor einigen Jahren noch nicht über S4/HANA gesprochen haben.

Eine Zeitungsanzeige, auf der zu sehen ist das ein Senior Java Developer gesucht wird

Gute und sehr gute Mitarbeiter

Es ist sicher nicht verkehrt, dem IT-Profi zu erläutern, wie die aktuelle IT-Landschaft aufgebaut ist. Grundlegende Kenntnisse in den einzelnen fachlichen Schwerpunkten sind auch wichtig. Doch zu denken, dass ein sehr guter Mitarbeiter ein solcher ist, der alle Anforderungen zu 100% erfüllt, ist ein Trugschluss. Diejenigen Mitarbeiter, die jedes Unternehmen dringend braucht, können nicht nur mit den gegenwärtigen Anforderungen umgehen. Sie sind lernbereit, wissbegierig und offen dafür, neue Technologien zu erlernen. Oder, noch besser, sich selbst mit neuen Trends auseinander zu setzen und dieses Wissen ins Unternehmen einzubringen.

Wissenslücken als Qualitätsnachweis

Die Erwartungshaltung, dass Bewerber wie eine Schablone auf die mitunter dutzenden Tech-Skills passen, führt in die Irre. Viel besser ist es, ein Bewerber bringt 80% Vorwissen mit und zugleich die Bereitschaft, die übrigen 20% erlernen zu wollen. Eigene Wissenslücken anzuerkennen und verbessern zu wollen ist die Grundeigenschaft, um auch in Zukunft Neues zu lernen und langfristig mit dem Arbeitgeber gemeinsam zu wachsen. Für die Weiterbildung ist stets der Arbeitgeber zuständig. Die Freude am Lernen muss der Bewerber mitbringen.

SPECTRUM Insight: Vor allem bei der Suche berufserfahrener ITler beobachten wir immer wieder, dass Unternehmen sich ihre Chance auf Top-Kandidaten verbauen, weil ihrer Ansicht nach das letzte Quäntchen Fachskill fehlt. Angesichts des herrschenden Fachkräftemangels ist diese Herangehensweise jedoch fatal. Aus diesem Grund unterstützen wir unsere Kunden bei der Suche, Rekrutierung und Qualifizierung von Berufserfahrenen sowie Nachwuchskräften, die zum Unternehmen passen. Über unsere Qualifizierungsmaßnahmen vermitteln wir vom Unternehmen und dem Markt gefordertes Know-How und schließen so Wissenslücken in kürzester Zeit. Auf diese Weise bekommen unsere Kunden die Talente, die sie benötigen und die das können, was sie brauchen.

Eine junge Frau sitzt am Tisch gegenüber von drei Mitarbeitern, die sie prüfend anschauen und ihr zuhören
Sind auch Sie auf der Suche nach Experten? Gerne tauschen wir uns mit Ihnen in einem unverbindlichen Gespräch aus. Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

Marcus Jungnickel
Resource Manager
marcus.jungnickel@spectrum-ag.de
+49 (0)711 781942-37

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1 Kommentar

Wolfgang Leideck 12. September, 2019 - 11:13 am

Sehr guter Beitrag zum Thema Stellenbeschreibung und Kandidaten- und Marktpotenzial. Die Jobbörsen sind voll mit Stellenbeschreibungen, in denen der gesuchte Kandidat am liebsten ALLES mitbringt. Wir übersehen an dieser Stelle sehr schnell (und gerne), dass in dem Wort Zusammenarbeiten auch ZUSAMMEN steckt. Das bedeutet auch, dass der Kandidat auch in die Teamlandschaft passen sollte, dass man eben “Zusammenpasst”.

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