Handschrift statt 10-Finger-Schreiben – So lernst Du effektiver!

Nahaufnahme einer Hand die sich gerade etwas notiert

Stift und Papier haben mittlerweile einen mächtigen Konkurrenten am Hals: die Tastatur. Wer das 10-Finger-Schreiben beherrscht, für den ist es verlockend den Mitschrieb im Hörsaal schnell mitzutippen, doch das Gehirn hat deutliche Schwierigkeiten mit der Speicherung dieser Informationen. Es bleibt weniger hängen. Handschriftlich angefertigte Notizen prägen sich besser ein und sind effizienter. Wir zeigen Dir, wieso das so ist und warum Du wieder mehr mit der Hand schreiben solltest.

Die Verdrängung von Kugelschreiber, Bleistift & Co. ist nicht gut für uns

Hast Du in letzter Zeit mal jemanden nach einem Stift gefragt? Die Antwort lautet meistens: Nein, ich habe leider keinen dabei. Mühsam wird also nach einem Kugelschreiber gesucht, wenn unterwegs mal etwas ausgefüllt werden muss. Doch wen wundert das, wenn wir vom Kalender bis hin zur To-Do-Liste alles in unserem digitalen Helferlein speichern können. Nur zwei Dinge leiden darunter: Unsere Handschrift und unser Gehirn! Durch das häufige Tippen verliert unser Schriftbild an Makellosigkeit und wird krakelig. Unser Gehirn verlernt wichtige Fähigkeiten.

Junger Student kann sich seine mit 10 Finger Schreiben geschriebenen Texte nicht merken

Welche Hilfsmittel nimmst Du in der Vorlesung, in der Gruppenarbeit oder zuhause hauptsächlich zum Schreiben?

  • Smartphone
  • Tablet
  • Laptop
  • Stift & Papier

Na? Hauptsächlich digitale Geräte? Dann wird es im nächsten Abschnitt interessant für Dich …

Warum wir uns Handgeschriebenes besser merken können als mit 10-Finger-schreiben getipptes

Den folgenden Effekt hast Du bestimmt schon festgestellt: Auf dem digitalen Endgerät neigt man dazu, alles relativ lückenlos mitzuschreiben. Als Digital Native bringt man die nötigen PS zwar problemlos auf die Tastatur, doch tippt man dabei unter Umständen schneller als man denken kann, macht sich also keine Gedanken darüber. Anders sieht es bei der Handschrift aus: Da man mit dem Stift in der Regel nicht so schnell schreiben kann wie der Professor oder Dozent spricht, filtert und gewichtet man das Gehörte automatisch vor. Aufgeschrieben wird weniger als beim Tippen, nämlich nur die wirklich wichtigen Dinge. Da nichts gelöscht oder ersetzt werden kann, muss schon vor dem Schreiben klar sein, was auf das Papier soll. Und weil diese Informationen bereits durchdacht und komprimiert sind, kann das Gehirn sie besser verstehen und sie sich besser merken.

Studentin aus Südamerika beim Lernen

Der entscheidende Unterschied zum Tippen ist also die Auseinandersetzung mit den Inhalten. Durch das händische Notieren vergegenwärtigen wir uns die Inhalte und formulieren sie in eigenen Worten. Das macht sie vertrauter und hält sie in unserem Gedächtnis. Der Grund hierfür ist, dass durch das Schreiben mit der Hand deutlich mehr Bereiche im Gehirn stimuliert und bspw. die Feinmotorik aktiviert werden. Diese erhöht Deinen Lernerfolg, Deine Merkfähigkeit, Dein inhaltliches Verständnis, Deine Konzentration und Deine Kreativität.

SPECTRUM Tipp: Wer jetzt denkt, er könnte einfach beim Tippen darauf achten, das Gehörte in eigenen Worten zu notieren und damit die gleichen Effekte erzielen, ist auf dem Holzweg. Im direkten Vergleich schneiden Tastaturnutzer trotzdem schlechter ab. Genauso im Langzeitvergleich: Obwohl beim Tippen mehr notiert wird, können wir nach einer Woche weniger Fakten wiedergeben als wenn wir alles mit der Hand geschrieben hätten – auch nach vorherigem Durchlesen der Aufschriebe.

Die Handschrift macht uns erfolgreicher

Wie wir eben gelernt haben, denkt unser Gehirn mit der Hand. Gerade in unserer digitalen Welt ist es wichtig, diese Fähigkeit zu nutzen und zu beherrschen. Denn auch für die Digitalisierung müssen wir lernen und denken – sei es für eine Programmiersprache, agile Prozesse oder innovative Ideen. Wir dürfen also nicht zulassen, dass wir durch das ständige Tippen wichtige Kompetenzen für das Studium oder das spätere Berufsleben verlieren.

SPECTRUM Insight: Heutzutage kommt es Arbeitgebern nicht mehr nur auf die fachlichen Fähigkeiten, sondern genauso auf die sogenannten Soft Skills an. Im Rahmen unseres Traineeprogramms setzen wir bei der Durchführung unserer Soft-Skill-Schulungen daher ganz bewusst auf analoge Lernmethoden.

Lies dazu auch unseren Beitrag Die wichtigsten Job Skills für die Zukunft

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Die digitale und die analoge Welt schließen sich nicht aus

Fällt Dir die Umstellung zurück zum Papier bzw. der digitale Entzug schwer, kannst Du es zunächst mit einer Kombi-Lösung versuchen: Tippst Du beispielsweise in der Vorlesung alles auf dem Laptop mit, weil Du so schneller vorankommst oder Angst hast etwas nicht mitzukriegen, ist das völlig in Ordnung. Abzuraten ist allerdings vom Bildschirm direkt zu lernen. Das gefällt Deinem Gedächtnis ganz und gar nicht. Deshalb solltest Du Deine Lernunterlagen zumindest vor der Prüfung noch einmal handschriftlich zusammenfassen und diese zum Lernen nutzen. Oft genügt es dann, die Aufschriebe kurz vor der Prüfung noch einmal durchzulesen.

Bevor Dein umweltbewusstes Ich beim Gedanken an die Papierverschwendung jetzt innerlich aufschreit, haben wir noch einen Tipp, mit dem Du die digitale und die analoge Welt hervorragend vereinen kannst: Eine Alternative, die allemal besser ist als die Tastatur, ist der Einsatz sogenannter Eingabestifte. Mit diesen speziellen Stiften kannst Du auf einem Display schreiben wie auf Papier.

Wir wünschen Dir viel Spaß auf Deinem Weg zurück zum Stift.

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