Feedback geben an den Chef: So gelingt‘s

Berufseinsteiger im Feedbackgespräch

Du hast vor Kurzem Dein Studium abgeschlossen, startest gerade in den Beruf und hast bald Dein erstes Feedbackgespräch mit dem oder der Vorgesetzten? Als Berufsanfänger möchte man sich meist anhören, was das Gegenüber von einem hält. Das ist auch richtig so und bietet die Chance sich zu verbessern. Normalerweise sollst Du aber auch selbst Feedback geben und wirst daher – oftmals sogar zu Beginn des Gesprächs – gefragt, wie es Dir im Unternehmen und im Team gefällt und ob Dir etwas auf der Seele brennt. Was sagt man in diesem Fall, wenn einem etwas nicht passt? Darf man Vorgesetzte kritisieren und wenn ja, wie? Wir geben Antworten darauf wie man richtig Feedback geben kann.

Dinge ansprechen, nicht runterschlucken

Über positive Dinge sprechen wir alle gerne. Weniger leicht fällt vielen das Äußern von Kritik. Wer ein Problem jedoch nicht anspricht, wird es nicht lösen können. Den Mund zu halten, nur weil es bequemer ist oder weil man sich nicht traut, ist keine Option. Damit steigerst Du nur Deine eigene Unzufriedenheit und hast irgendwann keinen Spaß mehr bei der Arbeit. Hinzu kommt, dass der Arbeitgeber oft gar nicht vermutet, dass Dir etwas nicht passt. Wie soll er es auch wissen, wenn Du schweigst? Gedankenlesen kann er oder sie sicher nicht …

Berufseinsteigerin informiert sich wie man richtig Feedback geben kann

Trotzdem solltest Du Dir vorher überlegen wie zielführend eine Kritik an die Chefetage sein wird. Kommst Du zu dem Entschluss, dass Du mit der richtigen Strategie etwas bewegen kannst, solltest Du sie in Angriff nehmen. Möglicherweise kannst Du auch Kollegen oder Vorgesetzte um Hilfe bitten, Dich ihnen anvertrauen und ihren guten Draht zum entsprechenden Ansprechpartner nutzen.

SPECTRUM Tipp: Andere Personen solltest Du nur mit einbeziehen, wenn sie absolut vertrauenswürdig sind und es sich nicht um ein „Problem“ handelt, das ausschließlich Dich persönlich betrifft, sondern z.B. die Gestaltung von Prozessen oder ähnliche allgemeine Themen.

Die hohe Kunst des Feedbackgebens

Das A und O der Kritikäußerung sind ein persönliches Face-to-Face Gespräch und die richtige Formulierung. Dritte sollten nicht anwesend sein. Trotzige, genervte oder aufbrausende Bemerkungen sind viel zu emotional und führen selten zum Ziel. Lege Dir stattdessen sachliche Argumente zurecht. Beschreibe zunächst, was Dich stört und schlage anschließend einen möglichen Lösungsansatz vor. Bist Du bspw. unterfordert mit Deinen Aufgaben, könntest Du Ideen für ein neues Projekt anbringen, das Deine Firma weiterbringt. So zeigst Du, dass Du nicht nur meckerst, sondern Dinge zum Positiven verändern möchtest und Deine Arbeitskraft sinnvoll einsetzen willst.

Ausführlichere Tipps zur Kritikäußerung findest Du in unserem Beitrag Kritikfähigkeit – Nicht nur austeilen, sondern auch einstecken können

SPECTRUM Newsletter

SPECTRUM Insight: Besonders Berufseinsteiger sind mit Situationen wie diesen schnell überfordert und wissen nicht so recht, wie sie damit umgehen sollen. Aus diesem Grund legen wir in unserem Traineeprogramm großen Wert auf die Weiterentwicklung der sogenannten Soft Skills. Dazu erhalten alle unsere Trainees Seminare zu den Themen „Auftreten und Wirken“, „Team und Konflikt“, „Kommunikation“ und viele mehr. Interesse Dich von uns auf dem Weg in die Arbeitswelt begleiten zu lassen? Hier geht’s zum Jobportal

Feedback geben: Unterschiedliche Persönlichkeitstypen,
unterschiedliche Vorgehensweisen

Jeder Mensch ist einzigartig und jeder geht mit Kritik anders um. Deshalb solltest Du Dein Feedback immer an der Persönlichkeit Deines Gegenübers orientiert verpacken. Weißt Du, wie der oder die andere tickt, kannst Du durch Deine Wortwahl, Deine Körpersprache oder Dein Vorgehen dafür sorgen, dass dieser die Kritik auch wirklich akzeptiert. Allerdings handelt es sich hier schon um die Königsklasse der sozialen Interaktion. Über verschiedenste Persönlichkeitsmodelle lassen sich Personen in gewissen „Schubladen“ einsortieren und verstehen – was nicht heißen soll, dass Schubladendenken gut ist, wir können es jedoch zur groben Orientierung nutzen. Wer andere dann nicht nur versteht, sondern darüber hinaus noch weiß, wie er mit der jeweiligen Persönlichkeit umzugehen hat, kann vieles bewirken.

Marionette sitzt bei einem Feedback Gespräch

Gleichzeitig solltest Du jedoch auch wissen, was zu Deiner Persönlichkeit passt. Manche sind bspw. eher forsch, andere eher zurückhaltend. Daran sollte sich Deine Herangehensweise orientieren. Lass Dir nicht von Freunden, Familie oder Kollegen raten, dass Du in einem Gespräch auf den Tisch hauen sollst, wenn das sonst gar nicht Deine Art ist. Damit bist Du alles andere als authentisch und niemand wird Dir dieses Schauspiel abnehmen.

Hast Du Lust Dich tiefergehend mit Persönlichkeitsmodellen zu beschäftigen, kannst Du Dir z.B. das DiSG® Modell,  das Enneagramm, den Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI), das Reiss Motivation Profile®, das HUMM®-Persönlichkeitsmodell oder die Big Five (Fünf-Faktoren-Modell, FFM) anschauen.

Wir wünschen Dir viel Erfolg bei Deinem Feedback-Gespräch. Denk immer daran: Auch Chefs sind nur Menschen.

Weitere empfehlenswerte Beiträge:

Die E-Mail in Zeiten von WhatsApp & Co.: So schreibst Du sie richtig

So wirst Du zum Google-Profi

Achtsamkeit – neumodischer Quatsch oder hilft das wirklich?

So klappt es mit der Selbstmotivation

Früh aufstehen? 6 Tipps wie Du als Morgenmuffel garantiert besser aus dem Bett kommst

Mach’s nicht gewöhnlich. Mach’s anders.
#sonotmainstream

Bildnachweise für diesen Beitrag:
244752480 © adragan – stock.adobe.com
117063169 © Wayhome Studio – stock.adobe.com
309462373 © Sanja – stock.adobe.com

Schreibe einen Kommentar

Cookies erleichtern die Bereitstellung der Dienste auf dieser Website. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. OK Datenschutzerklärung