Rhetorik als Helferlein im Vorstellungsgespräch

Vogelperspektive auf eine Schreibmaschine. Auf dem eingelegten Blatt steht "WORDS HAVE POWER"

Die Rhetorik ist 2500 Jahre alt. Sie ist die Kunst, durch das gesprochene Wort zu überzeugen. Das ist besonders dann nützlich, wenn wir in kurzer Zeit von uns überzeugen und im Gedächtnis bleiben wollen – wie in einem Vorstellungsgespräch. Mit einigen rhetorischen Mitteln kann der erste Eindruck deutlich verbessert werden. Hier unsere 10 Tipps, damit Du im Bewerbungsgespräch überzeugst:

Tipp 1: Nutze kurze, deutliche Formulierungen

Man sollte niemals so sprechen, wie man schreibt. Lange, verschachtelte Sätze ermüden die Gesprächspartner schnell. Mit kurzen, punktgenauen (Haupt-)Sätzen kann Dich jeder auf Anhieb verstehen.

Tipp 2: Vermeide Konjunktive

“Ich könnte mir gut vorstellen, für Sie als … zu arbeiten.” Konjunktive zeugen von Unsicherheit. Zwar versucht man damit, vorsichtig zu sein, um nicht zu offensiv zu wirken, allerdings erzeugt eine zu defensive Haltung den Eindruck, man sei sich nicht sicher, ob der Job überhaupt der Richtige ist.

Eine junge Bewerberin ist selbstsicher beim Vorstellungsgespräch weil sie ihre Rhetorik geübt hat.

Tipp 3: Vermeide Füllwörter

Nichts zerstört die Aufmerksamkeit des Zuhörers schneller, als wenn der Sprachfluss laufend von lang gezogenen “Ähm” unterbrochen wird. Auch das zeugt von Unsicherheit. Viele Menschen haben so viel Angst vor einigen ruhigen Sekunden, dass sie diese lieber mit Störgeräuschen füllen. Dabei ist das Schweigen ein mächtiges rhetorisches Werkzeug: Gezielte Pausen erhöhen die Aufmerksamkeit enorm. Aber auch, wenn Du unplanmäßig einen kurzen Moment benötigst, um Dir eine Antwort zu überlegen, wirkt ein Moment des Schweigens weder dumm noch unsicher.

Tipp 4: Kenne Dein Publikum

Dies ist die Grundlage einer jeden Rede. Das Publikum muss stets „abgeholt“ werden. Auch im Vorstellungsgespräch sitzt man einem „Publikum“ gegenüber – wenn auch nur in kleiner Runde. Eine gute Vorbereitung ist das A und O: Wie ist der berufliche Hintergrund der Anwesenden? Was sind ihre Hobbys, ihre Interessen? Dank Social Media können in kurzer Zeit viele Informationen gefunden werden. Ein guter Rhetoriker passt seine Rede stets seinem Publikum an.

Tipp 5: Setze Fachwörter gezielt ein

Der Versuch, durch die Nutzung vieler Fachbegriffe besonders intelligent zu wirken, kann schnell nach hinten losgehen. Die Kunst der Rhetorik ist nicht, so zu reden, dass niemand es versteht. Im Gegenteil: Komplexe Inhalte einfach zu vermitteln ist um einiges schwieriger. Falls Du also nach dem Inhalt Deiner Abschlussarbeit oder eines Forschungspraktikums gefragt werden solltest, gestalte Deine Antwort lieber kreativ und interessant als zu fachlich akkurat.

Ein Stapel Bücher vor weißem Hintergrund.

Tipp 6: Strukturiere Deine Worte

Ohne Struktur schafft es ein Redner, sein Publikum schnell zu verwirren. Und im Vorstellungsgespräch? Vor allem bei der Selbstpräsentation zu Beginn des Gespräches ist ein roter Faden angebracht. Gerne kann auch vorab eine Art Gliederung geäußert werden: “Ich werde Ihnen zunächst etwas über mein Studium erzählen, danach auf meine bisherige Arbeitserfahrung eingehen und abschließend meine Motivation für diesen Job erläutern.”

Tipp 7: Sprich lebendig

Jeder Personalverantwortliche möchte sehen, dass der Bewerber für die angestrebte Position brennt. Versuche Dein Gegenüber „anzuzünden“. Wer monoton über seinen Lebenslauf, seine Motivation oder seine Fähigkeiten spricht kann keine Begeisterung erzeugen.

Tipp 8: Variiere Dein Vokabular

“Tolle Aufgabe, tolles Unternehmen, tolle Leistungen, …” – Stets die gleichen Beschreibungen zu verwenden wirkt wenig überzeugend. Vielfalt und Flexibilität in der Wortwahl wirkt dagegen sehr eloquent.

Ein Haufen 3D Buchstaben auf weißem Grund.

Tipp 9: Versteck Dich nicht hinter anderen

Teamfähigkeit ist eine grundlegende Eigenschaft, die in fast jedem Beruf erforderlich ist. Doch beweisen kann man diese nicht, indem stets in der Wir-Form über frühere Aufgaben gesprochen wird. Stell lieber deutlich hervor, welche Deine Aufgaben, Deine Ziele und Deine Leistungen waren und worin Du als Teil eines Teams tätig warst. Schließlich möchte Dein möglicher zukünftiger Arbeitgeber Dich kennenlernen, nicht Dein früheres Team.

Tipp 10: Sei authentisch

Egal, was Du sagst: Es muss zu Dir passen. Es bringt nichts, reißerische Anekdoten über vergangene Erfahrungen zu erfinden. Geübte Personaler erkennen solche Luftnummern sofort. Sei lieber ehrlich. Niemand möchte eine Person einstellen, die nur schöne Geschichten erzählen kann.

Wir hoffen unsere Tipps helfen Dir weiter und wünschen Dir viel Spaß beim Anwenden!

Noch auf der Suche nach einem passenden Berufseinstieg? Wirf doch mal einen Blick in unser Jobportal.

Mach’s nicht gewöhnlich. Mach’s anders.
#sonotmainstream

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