PQ – mit Positiver Intelligenz die eigenen Ziele erreichen

Businessfrau mit geschlossenen Augen auf einer belebten Straße

Kürzlich haben wir uns erst damit auseinandergesetzt wie der EQ immer mehr an Bedeutung gewinnt, während der IQ mehr und mehr ins Abseits gerät und schon steht der nächste Intelligenzfaktor vor der Tür.

Das Konzept der positiven Intelligenz geht auf den Managementberater Shirzad Chamine zurück, dass er in seinem Buch „PQ – Positive Intelligenz“ detailliert beschreibt.

Was ist die Positive Intelligenz?

Im Wesentlichen definiert Chamine die positive Intelligenz als Maß für die Kontrolle, die man über den eigenen Geist hat und wie gut der Geist im eigenen, besten Interesse handelt. Ausgedrückt werden kann dieses Maß in Form des Positive Intelligence Quotient (PQ) von 0 bis 100 Prozent.

Im Mittelpunkt des PQ-Konzepts stehen die Saboteure, der innere Weise und die PQ-Muskeln. Aus dem Zusammenwirken dieser drei Basiskonzepte ergibt sich schlussendlich der PQ einer Person.

Die Saboteure

Die Saboteure sind die gewohnten Denkmuster, die wir als Reaktion auf wahrgenommene Bedrohungen in unserer Jugend entwickelt haben. Diese unreifen Bewältigungsmechanismen mögen als heranwachsende wirksam gewesen sein, stellen sich aber meist als riesige Hürde heraus, wenn wir sie als Erwachsene beibehalten, da sie unsere Innovationsfähigkeit bremsen und uns von Veränderungen abschotten.

Einige der Top-Saboteure, die uns regelmäßig in Selbstgesprächen begegnen, sind laut Chamine:

  • Der Richter: Der innere Kritiker, der in jedem von uns lebt und alles und jeden unerbittlich kritisiert. Er ist eine der Hauptquellen von Stress, Angst, Schuld und Enttäuschung. Der Richter gilt auch als Master-Saboteur, der die anderen Saboteure aktiviert und sie als seine Komplizen benutzt.
  • Der Controller: Die höfliche Bezeichnung des „Kontrollfreaks“. Die Dinge sind entweder in oder außerhalb seiner Kontrolle. Seine Mission ist es, so viele Dinge wie möglich zu kontrollieren.
  • Der Vermeider: Er hat immer die Möglichkeit, etwas zu vermeiden oder wegzulaufen. Rationalisierung ist sein Erfolgsrezept, um alle Verantwortlichkeiten wegzustoßen, ohne dass er sich dabei schlecht fühlt.

Da unsere Saboteure sehr tief mit unserer Identität zusammenhängen, akzeptieren wir sie so bereitwillig und haben große Schwierigkeiten sie im Alltag zu erkennen.

Gefesselter Saboteur mit Krawatte

Der innere Weise

Der innere Weise ist der Gegenspieler der Saboteure. Während die Saboteure die Welt in Schwarz und Weiß einordnen, macht der innere Weise keinen solchen Unterschied.

Die Fähigkeiten des inneren Weisen:

Mit diesen besonderen Fähigkeiten kann er sogar in den negativsten Ereignissen noch das Positive ausmachen. Der Weise akzeptiert die Dinge als das, was sie sind.

Sie können sich den Weisen als den guten Zauberer Dumbledore in der Harry-Potter-Reihe und den Richter als Voldemort vorstellen, während seine Diener die Komplizen der Saboteure sind. Um die bösen Zauberer zu bekämpfen, verfügt Dumbledore über fünf Kräfte. Diese Kräfte sind uns allen innewohnend. Wir müssen lernen, wie wir sie zu gegebener Zeit in Anspruch nehmen können. Das sind sie:

Die Fähigkeit, alles mit kindlicher Neugierde zu erforschen.

Die Fähigkeit, sich sowohl in andere als auch in sich selbst hineinzuversetzen.

Die Fähigkeit, innovativ zu sein und neue Perspektiven und Lösungen ohne Hemmungen zu generieren.

Die Fähigkeit, immer die Route zu wählen, die mit den Werten und der Mission übereinstimmt.

Der innere Weiße mit einem Gehstock im winterlichen Wald

PQ-Muskeln

Die PQ-Muskeln sind quasi die Areale in unserem Gehirn, die wir beeinflussen bzw. trainieren müssen, um unseren PQ zu erhöhen. Die Saboteure in unserem Kopf leben in den primitiven Arealen unseres Gehirns, auf die wir nur wenig Einfluss haben. Im Gegensatz dazu findet man den inneren Weisen in den neueren, für bewusste Denkprozesse verantwortlichen Teilen des Gehirns, in welchen sich auch viele der sogenannten PQ-Muskeln befinden.

Durch die Aktivierung der PQ-Hirnmuskulatur mit Hilfe einfacher Aktivitäten, die die Aufmerksamkeit bewusst vom verkopften Denken auf die körperlichen Empfindungen lenken, ist es möglich, vom Saboteur- in den Weisen-Modus zu wechseln.

Genauso wie man, um körperliche Muskeln aufzubauen, Gewichte heben würde, müssen auch die PQ-Muskeln trainiert werden, um sie stärker zu machen.

Umsetzung des PQ-Konzepts in der Praxis

Sobald man die Konzepte der Saboteure, des inneren Weisen und des PQ-Muskels verstanden hat, werden die Möglichkeiten zur Verbesserung des eigenen PQs klarer:

1. Die Saboteure schwächen

Um die eigenen Top-Saboteure zu schwächen, sollte man ihre Anwesenheit anerkennen und auftretende Gefühle und Gedanken beobachten, statt aktiv mit ihnen in den Dialog zu gehen. Hierbei kann unter anderem Achtsamkeitsmeditation ein wertvoller Unterstützer sein.

2. Den inneren Weisen stärken

Um den inneren Weisen zu stärken, gibt es verschiedene Techniken, wie zum Beispiel sich bewusst dazu zu zwingen, das Positive in einer Situation zu sehen – auch wenn sie noch so schrecklich sein mag. Bei allen Techniken zur Stärkung des inneren Weisen geht es aber prinzipiell darum, die bewährte Perspektive zu verschieben, um es zu ermöglichen, positiver und ganzheitlicher zu denken.

Mann und Frau trainieren im Fitnessstudio

3. Stärkung der PQ-Muskulatur

Um die PQ-Muskeln zu trainieren hilft es, regelmäßig die Aufmerksamkeit mehrere Sekunden gezielt auf den eigenen Körper und einen der fünf Sinne zu lenken und gleichzeitig alle anderen Gedanken auszublenden. Mit mehreren Wiederholungen am Tag kann man mit dieser Übung den PQ-Muskel stärken und ihn langfristig fit halten.

Fazit

Das gesamte Potenzial eines Menschen wird von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt. So zum Beispiel Fähigkeiten, das Netzwerk, die Erfahrung sowie den IQ und EQ. Aber am Ende des Ganzen ist es der PQ, der bestimmt, wie viel Potenzial tatsächlich erreicht werden kann. Durch die Erhöhung Ihres PQ kann jede Herausforderung oder Schwierigkeit im Leben und im beruflichen Alltag leichter in eine Gelegenheit für mehr Erfolg, Glück und Zufriedenheit umgewandelt werden.

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