Mit der Personal Brand in die Karriere: 10 Tipps zum Markenaufbau

Bewerber mit Fragezeichen vor Gesicht

Branding ist nicht nur etwas für Unternehmen. Jeder Berufstätige hat seine eigene Geschichte zu erzählen und Ziele, Fähigkeiten und Fachwissen zu teilen. In der heutigen, zunehmend digitalen Welt ist eine persönliche Marke nicht länger ein Nice-to-have, sondern wird immer häufiger sogar erwartet.

Was ist eine Personal Brand?

Eine Personal Brand ähnelt in vielerlei Hinsicht einer Unternehmensmarke. Sie ist, wer Du bist, wofür Du stehst, die Werte, die Du vertrittst, und die Art und Weise, wie Du diese Werte zum Ausdruck bringst. Genauso wie die Marke eines Unternehmens dabei hilft, dessen Wert für die Kunden zu kommunizieren und sich von der Konkurrenz abzuheben, tut eine persönliche Marke das gleiche für Dich als Einzelperson bzw. als Arbeitnehmer und hilft dabei, eine einzigartige Identität und einen klaren Wert für potenzielle Arbeitgeber oder Kunden zu kommunizieren.

Die Entwicklung einer Personal Brand hört sich erst einmal kompliziert an, aber mit ein paar kleinen Schritten kannst Du Deine Glaubwürdigkeit ganz einfach in Deinem Fachgebiet aufbauen. Hier sind 10 Tipps, die Dir helfen, eine authentische Personal Brand zu schaffen – und dabei Deine Karriere zu fördern.

10 Tipps zur Entwicklung der eigenen Personal Brand

1. Finde heraus, wer Du bist

Um eine persönliche Marke aufzubauen, die Deine persönliche und berufliche Identität genau widerspiegelt, musst Du zunächst wissen, wer Du bist. Sei introspektiv und erstelle eine Liste mit Deinen persönlichen Stärken und Schwächen. Frag Dich selbst:

  • In welchen Arbeitsbereichen bin ich besonders gut?
  • Was motiviert mich?
  • Für welche Eigenschaften haben mir andere ein Kompliment gemacht?
  • Bei welchen Projekten haben mir andere immer wieder helfen müssen?
  • Welche Aufgaben scheinen mir Energie zu rauben?
  • Mit welchen Projekten kann ich mich stundenlang beschäftigen, ohne mich überwältigt oder müde zu fühlen?
Personal Brand entwickeln und herausstechen

Wenn Du Schwierigkeiten hast, diese Fragen zu beantworten, frag Freunde, Familie und Kollegen, wie sie Dich beschreiben würden. Sobald Du Dir über die verschiedenen Facetten Deiner Persönlichkeit im Klaren bist, kannst Du Dich entscheiden, wie Du diese am besten vermarkten kannst.

Denk daran, dass viele Menschen sich schwertun, eine bestimmte Nische zu wählen, weil sie sich nicht einschränken wollen. Mach Dir klar, dass sich Deine persönliche Marke, wie viele Unternehmensmarken, mit der Entwicklung Deiner Karriere verändern wird. Die beste Strategie ist es, einen bestimmten Bereich zu wählen, auf den Du Dich konzentrieren möchtest, und diesen im Laufe der Zeit weiterzuentwickeln.

2. Bestimme, wofür Du bekannt sein willst

Deine Personal Brand ist mehr als ein Spiegelbild dessen, wer Du heute bist; sie ist ein Fahrplan, wohin Du gehen willst. Eine Prognose darüber, wo Du in fünf oder zehn Jahren sein willst – und über die Eigenschaften, für die Du bekannt sein willst – kann Dir helfen, besser zu bestimmen, welche Schritte Du unternehmen musst, um dorthin zu gelangen.

3. Definiere Deine Zielgruppe

Bevor Du mit der Entwicklung Deiner persönlichen Marke beginnst, musst Du definieren, wen Du erreichen willst. Sind es Branchenexperten? Einzelpersonen in einem bestimmten Unternehmen? Headhunter oder Recruiter? Je eher Du die Zielgruppe definierst, desto einfacher wird es sein, Deine eigene Geschichte zu entwickeln, weil Du besser verstehst, welche Art von Geschichte Du erzählen musst (und wo Du sie erzählen musst).

Wenn Dein Ziel beispielsweise darin besteht, Personalverantwortliche und Recruiter zu erreichen, könntest Du damit beginnen, Dein LinkedIn und / oder Xing-Profil zu erstellen oder zu aktualisieren, denn schon 2018 suchten 44% der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern auf Social Media Plattformen nach neuen Fachkräften.

Wenn Du hingegen ein Grafikdesigner bist, der versucht, bestehende Kunden zu beeindrucken und neue Kunden zu gewinnen, könntest Du Dich dafür entscheiden, Deine Geschichte über eine persönliche Website oder ein Portfolio zu erzählen, über die Du Dein breites Spektrum an Talenten besser zum Ausdruck bringen kannst.

Ein schwarzer Dartpfeil auf einer schwarz-weißen Zielscheibe. Der Pfeil steckt im "Bull's Eye".

4. Informiere Dich über Deine Zielbranche und folge den Experten

Finde heraus, wer die Vordenker in Deiner Zielbranche sind und folge ihnen nicht nur, sondern sieh nach, ob sie Blogs haben oder wie diese sich sonst online präsentieren. Suche nach Leuten, die erfolgreich sind und analysiere, was sie tun. Kopiere deren Verhalten, füge Deine persönliche Note hinzu und mache es am Ende noch besser.

Beim Aufbau einer Personal Brand ist das Ziel herauszustechen – aber bevor Du Dich auf den Weg machst, um den Gipfel zu besteigen, solltest Du zuerst eine Bestandsaufnahme machen, wer bereits dort ist.

5. Netzwerken

Während Du Deine ideale Personal Brand kultivierst, ist es wichtig, regelmäßig (und effektiv) zu netzwerken, um Deinen beruflichen Kreis zu erweitern. Vernetze Dich mit Gleichgesinnten und Experten der Branche, indem Du zu formellen und informellen Networking-Veranstaltungen gehst.

Je mehr Verbindungen Du knüpfst – und je mehr Wert Du in Deinen Interaktionen bieten kannst – desto wahrscheinlicher ist es, dass Deine persönliche Marke wahrgenommen wird. Scheue Dich nicht, bei diesen Veranstaltungen andere Teilnehmer um ein weiteres Treffen für ein Informationsgespräch oder einen zwanglosen Kaffeeklatsch zu bitten. Und denke daran: Wenn Du auf der Veranstaltung keine Gelegenheit hast Kontakte zu knüpfen, melde Dich per Email oder über Xing bzw. LinkedIn, um ein Gespräch anzustoßen.

6. Gespräche mit Experten

Versuche Experten aus Deiner Wunschbranche zu einem Gespräch mit Dir zu bewegen.

Wenn Du Dich mit diesen Personen triffst, egal ob analog oder digital, stelle Fragen, die Dir helfen können, neue Erkenntnisse über Deine Zielbranche bzw. Dein Wunsch-Fachgebiet zu gewinnen, wie z. B.:

  • Wie haben Sie den Einstieg in die Branche geschafft?
  • Welche Schritte würden Sie unternehmen, wenn Sie den Übergang noch einmal machen müssten?
  • Wie sehen Sie die Entwicklung der Branche?
  • Wie halten Sie sich über Branchentrends auf dem Laufenden?
  • Gibt es irgendwelche Berufs- oder Handelsverbände, denen ich beitreten sollte?

Der Vorteil solcher Expertengespräche liegt auf der Hand: Du erfährst welche Schritte nötig sind, um in der Branche Fuß zu fassen und gibst gleichzeitig Informationen über Dich selbst Preis, wodurch Du Deine Personal Brand weiter ausbaust.

Networking Event Haendedruck Berufseinsteiger

7. “Elevator Pitch” vorbereiten

Wenn Du beginnst, Deine persönliche Marke zu konzipieren, nimm Dir etwas Zeit, um einen Elevator Pitch zu entwerfen – eine 30- bis 60-sekündige Geschichte darüber, wer Du bist. Diese Kurzpräsentation kannst Du dann an verschiedenen Stellen für Dich nutzen. Egal, ob Du an einer Networking-Veranstaltung oder einer informellen Party teilnimmst, mit einem vorbereiteten Elevator Pitch kannst Du kurz und bündig beschreiben, was Du tust und wohin Du in Deiner Karriere gehst (oder gehen möchtest).

Halte Deinen Elevator Pitch kurz und konzentriere Dich auf einige wenige Kernpunkte, die Du hervorheben möchtest. Dazu könnte gehören, dass Du eine neue Position suchst, dass Du Stärken in einer bestimmten Nische hast oder dass Du kürzlich den Wert Deiner aktuellen Abteilung oder Firma gesteigert hast.

8. Bitte um Empfehlungen

Die Empfehlung von aktuellen und ehemaligen Kollegen und Managern ist eine der einfachsten und effektivsten Möglichkeiten, Deine persönliche Marke zu definieren, indem Du anderen erlaubst, Deinen Wert für Dich zu kommunizieren. Genauso wie ein Unternehmen Kundenrezensionen und Testimonials für die Verwendung in Verkaufs- und Marketingunterlagen kultivieren kann, solltest auch Du Deine eigenen Rezensionen in Form von Empfehlungen kultivieren.

Nicht sicher, wen Du fragen sollst? Ehemalige Manager, die Dir als Mentor zur Seite standen, sind ideal, aber auch andere Verbindungen können effektive Empfehlungen aussprechen, einschließlich Professoren und Leiter von Organisationen, denen Du angehörst.

9. Online-Präsenz erweitern

Einer der wichtigsten Aspekte des Personal Branding ist es, sicherzustellen, dass Deine Online-Präsenz für Personalverantwortliche, Mitarbeiter und andere Personen ansprechend ist – auch wenn Du nicht auf der Suche nach einem Job bist.

Da heute so viele verschiedene Social-Media-Tools zur Verfügung stehen, wird Deine Online-Präsenz wahrscheinlich je nach gewähltem Medium unterschiedlich aussehen. Deine Geschichte sollte zwar auf allen Plattformen übereinstimmen, aber sobald Du weißt, wohin sich Dein Zielpublikum am ehesten wendet, kannst Du Deine Bemühungen dort verdoppeln und den Aufwand für weniger relevante Plattformen reduzieren.

Elevator Pitch Personen im Aufzug

10. Vergiss nicht die analoge Welt

Deine Marke ist mehr als nur eine Online-Persönlichkeit, es ist die Art und Weise, wie Du Dich zu Hause, im Büro und sogar auf Deinem täglichen Weg zur Arbeit verhältst. Nimm die Gelegenheiten wahr, mit anderen zusammenzuarbeiten, Dich für Projekte zur Verfügung zu stellen und Dich als Führungspersönlichkeit in Deinem Fachgebiet zu behaupten. Die Geschichte, die Du erzählst, kombiniert mit Deinen täglichen Interaktionen, definieren letztendlich Deine Personal Brand.

Die Personal Brand: Erfinde Dich stetig neu!

Wenn sich das digitale Ökosystem verändert und Deine Karriere sich weiterentwickelt, verändert sich auch Deine Personal Brand. Passe Deine Persona entsprechend an, wenn Du unterschiedliche Menschen triffst, neue Networking-Möglichkeiten findest und in Deiner Karriere wächst. Bleib immer up to date und zögere nicht, eine Marke zu schaffen, die Dich glänzen lässt.

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