Kritikfähigkeit im Job – 5 Tipps, wie Du Kritik richtig äußern und annehmen kannst

3 min. read
Illustration von Mann mit Regenschirm der Kritik mit Schirm abwehrt

Kritik begegnet uns so gut wie jeden Tag und löst die unterschiedlichsten Emotionen aus. Egal ob für die Schule, die Uni, die Bewerbungsphase oder den Job – der Umgang damit sollte gelernt sein. Doch wie äußert man Kritik richtig und wie geht man damit um?

„Nur wenige Menschen sind klug genug, hilfreichen Tadel nichtssagendem Lob vorzuziehen.“

François de La Rochefoucauld

Kritik ist also wichtig und eigentlich dafür gedacht, Personen in ihrer Weiterentwicklung zu fördern. Nimm Kritik lieber positiv auf, als Dich daran negativ aufzuhängen.

1. Kritik richtig annehmen

Der erste und auch wahrscheinlich härteste Schritt ist, Ruhe zu bewahren, während man kritisiert wird. Dazu gehört dem Kritiker zuzuhören und ihn aussprechen zu lassen.

Wenn konstruktive Kritik geäußert wurde, erwarten vor allem (zukünftige) Arbeitgeber einen professionellen Umgang mit dieser und eine umgehende Einleitung von Verbesserung.

Einige wichtige Regeln dafür:

  • Höre aufmerksam zu und lass Dein Gegenüber ausreden. Bleibe ruhig und achte auf Deine Atmung.
  • Setze Dich mit dem Gesagten auseinander, anstatt gleich zur Rechtfertigung oder Gegenkritik anzusetzen.
  • Nimm das Gesagte nicht persönlich, sondern sieh es als Hilfe für Dein persönliches Wachstum an und sei dankbar für diesen Rat.
  • Hilf bei der Lösung des Problems mit, indem Du die Kritik in einen Vorschlag zur Behebung weiterentwickelst.
In 2 Minuten Bewerben Banner

2. Kritik richtig formulieren

Die Äußerung von Kritik kann oftmals zu Konflikten führen. Um diesen aus dem Weg zu gehen, achte bei der Formulierung von konstruktiver Kritik auf folgende Dinge:

  • Gib Feedback nur unter vier Augen
  • Achte auf Deinen Ton. Versuche Ruhe zu bewahren und sachlich zu sprechen. Achte auch darauf, Deine Emotionen (z.B. Wut und Ärger) im Griff zu halten.
  • Richte Kritik niemals persönlich aus, sondern immer situativ und sachlich.
  • Vergiss nicht im Zuge Deiner Kritik auch etwas Positives zu äußern und nutze die Kritik nicht zur Niedermachung einer Person, sondern zeige Verständnis für Dein Gegenüber.
  • Nenne nicht nur das Verbesserungswürdige, sondern zeige im Zuge dessen gleich auf, wie man an der Verbesserung arbeiten kann.

SPECTRUM Insight: Verhaltensregeln wie diese sind nicht für jeden immer leicht umzusetzen. Gerade für Berufseinsteiger kann der Umgang mit anderen zur Herausforderung werden. Im Rahmen unseres Traineeprogramms schulen wir unsere Trainees daher in Seminaren wie „Auftreten und Wirken“ oder „Team und Konflikt“ in verschiedensten Soft Skills, um sie bei ihrem Weg in die Berufswelt zu unterstützen.

Maennlicher und weibliche Kollegin schauen auf Bildschirm und haben kritischen Gesichtsausdruck

3. Mit nicht gerechtfertigter Kritik umgehen

Du bist nicht dazu verpflichtet, jede geäußerte Kritik einfach hinzunehmen und zu akzeptieren. Es kann auch vorkommen, dass Kritik nicht gerechtfertigt erteilt wird – beispielsweise, wenn man für etwas kritisiert wird, für das man gar keine Verantwortung trägt.
Nimm in diesem Fall nicht einfach die Schuld auf Dich, sondern kommuniziere sachlich, wie die Situation tatsächlich aussieht. Versuche dabei nicht andere Kollegen zu beschuldigen, sondern erläutere lediglich, wieso Dich keine Schuld trifft. Um weiterhin einen guten Umgang mit Deinen Kollegen zu pflegen, solltest Du einem Kritikgeber seine ungerechtfertigte oder gerechtfertigte Kritik außerdem nicht nachtragen.

Falls man dennoch nicht auf einen Nenner kommt, sollte eine neutrale Dritte Person einbezogen werden. Diese kann als Vermittler fungieren und die Kritik relativieren.

4. Selbstkritik ausüben

Kritik muss nicht immer durch andere Personen erteilt werden. Sie kann auch von Dir selbst an Dich adressiert werden. Es ist empfehlenswert, immer wieder seine eigene Arbeit zu reflektieren und sich zu überlegen, was man noch optimieren könnte.

Aber sei nicht zu selbstkritisch! Es gibt nicht immer an allem etwas auszusetzen, sondern manche Dinge sind auch gut so, wie sie sind. Zu viel negative Selbstkritik kann schnell frustrierend sein. Eine gute Portion Selbstbewusstsein ist hier hilfreich.

Alter Mann wird von jungen Mann kritisiert und testet seine Kritikfaehigkeit im Job

5. Den Chef kritisieren: Schweigen ändert nichts

„Kritik am Chef äußern? Ich bin doch nicht verrückt!“, mag sich der ein oder andere denken. Dabei ist Dein Boss auch nur ein Mensch, genau wie Du und ich. Auch er kann Fehler machen. Kritik am Chef äußern ist nicht verboten, jedoch sollte man sich vorher überlegen, wie zielführend diese ist.

Wenn man eine Idee hat, wie man Prozesse bei der Arbeit noch verbessern könnte, spricht überhaupt nichts dagegen, das an die Chefetage zu übermitteln. Auch wenn man unzufrieden mit seiner aktuellen Arbeit ist, sollte das besprochen werden, damit sich etwas ändern kann. Von allein passiert in der Regel nämlich nichts.

Natürlich gelten im Umgang mit Kritik am Chef genau dieselben Regeln wie an anderen Personen. Mehr dazu im Beitrag Feedback geben an den Chef: So gelingt‘s

Fazit

Kritik richtig anzunehmen, ist gar nicht so leicht. Jedoch ist Kritikfähigkeit heutzutage ein wichtiger Soft-Skill. Also bleib sachlich, konzentriere Dich darauf, konstruktiv zu sein und greife Dein Gegenüber nicht persönlich an. In der Regel will man die Situation verbessern und hier sollte auch Dein Fokus liegen.

Denke an „François de La Rochefoucauld“ und daran, dass Du Dich weiterentwickeln willst! 😉

Weitere interessante Beiträge für Dich:

Der erste Tag im Job
Was macht Dich einzigartig? So findest Du Deinen USP
Tipps & Tricks für mobiles Arbeiten
Den richtigen Arbeitgeber für den Berufseinstieg finden

Wir machen aus Talenten Experten!

Bildnachweise für diesen Beitrag:
484613824 © Nuthawut – stock.adobe.com
501716662 © Meeko Media – stock.adobe.com
446112482 © fizkes– stock.adobe.com

Schreibe einen Kommentar