Jobhopping: Sprungbrett oder Karrierekiller

Piktogramm Figur springt von einem Job zum nächsten

Vom Berufseinstieg bis zur Rente beim gleichen Arbeitgeber? Heutzutage kaum vorstellbar. Regelmäßige Jobwechsel sind sowohl aus privaten als auch karrierebedingten Gründen keine Seltenheit mehr. Doch wie viele Job-Wechsel sind zu viel?

Was ist Jobhopping?

Arbeitnehmer, die alle drei Jahre oder häufiger den Arbeitgeber wechseln, werden als Job-Hopper bezeichnet. Beförderungen oder Versetzungen in andere Abteilungen innerhalb eines Unternehmens zählen dabei nicht dazu. Der Trend stammt, wie kann es auch anders sein, ursprünglich aus den USA. Dort ist eine flexible Personalpolitik ganz nach der Hire & Fire Mentalität nicht ungewöhnlich und mitverantwortlich für häufige Arbeitgeberwechsel. Viele Menschen versprechen sich durch die vielen Wechsel Vorteile für ihre Karriere oder einen Job, der sie erfüllt. Andere haben keine Wahl und springen von einem befristeten Beschäftigungsverhältnis zum nächsten. Auch in Deutschland wird Jobhopping immer populärer. Doch zu viele Arbeitgeberwechsel können sich auch negativ auf den Lebenslauf auswirken.

Smalltalk nach einem Business Meeting

Pro & Contra des Jobhoppings

Menschen, die häufig den Job wechseln, werden als aufgeschlossen, flexibel und ehrgeizig wahrgenommen. Oder doch als unzuverlässig, sprunghaft und egoistisch? Jobhopping kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Ob häufige Arbeitgeberwechsel in einer Bewerbung gut ankommen, hängt also vom Personalverantwortlichen und dessen Einstellung dazu ab. Wichtig ist vor allem, häufige Jobwechsel gut begründen zu können. Folgende Vor- und Nachteile können dem Jobhopping zugeschrieben werden:

Pro:

  • Zugriff auf ein breites berufliches Netzwerk
  • Aufgeschlossenheit, Ehrgeiz, Mut und Lernbereitschaft
  • Kreativität aufgrund verschiedener Blickwinkel und Branchenkenntnisse
  • Flexibilität und schnelle Auffassungsgabe
  • Hohe Motivation und Furchtlosigkeit
Banner Resilienz Online-Seminar und Whitepaper

Contra:

  • Zweifel an der Loyalität und Integrität des Bewerbers
  • Kann auf Unzuverlässigkeit oder Unentschlossenheit hindeuten
  • Hohes Fluktuationsrisiko für den Arbeitgeber
  • Wirft die Frage auf, ob die Beschäftigungsverhältnisse positiv verlaufen sind

Ergebnisse brauchen Zeit

Viele Jobwechsel gehen einher mit steigendem Gehalt und sind daher eines der Hauptargumente für Jobhopping. Doch was ist die ideale Verweildauer in einem Unternehmen und wie viele Jobwechsel sind zu viel?

Eine allgemein gültige Zahl für die geeignete Verweildauer bei einem Arbeitgeber gibt es nicht. Für Personalverantwortliche ist ein anderes Kriterium relevant: Die Ergebnisse, die man erzielt hat. Man sollte also lange genug in einer Position bleiben, um sichtbare Ergebnisse hervorzubringen. Gerade in jungen Jahren sind häufige Jobwechsel keine Seltenheit. Doch wer zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr mehr als vier verschiedene Arbeitgeber vorzuweisen hat, muss sich bezüglich des Jobhoppings auf unangenehme Fragen im Vorstellungsgespräch einstellen.

Nach dem Lebenslauf ist oft Schluss

Doch was, wenn es aufgrund zu vieler Wechsel erst gar nicht zum Vorstellungsgespräch kommt? Auch wenn Jobhopping heute gängiger ist als noch vor einigen Jahren, so gibt es dennoch Unternehmen und Personalverantwortliche, die einen Lebenslauf mit zu vielen Stationen schon nach der Sichtung beiseitelegen.

Jobhopper Lebenslauf wird von einer Recruiterin kritisch beäugt

Das zeigt auch eine Studie der Jobbörse Indeed aus dem Jahr 2018. Demnach haben 72 Prozent der Arbeitgeber Kandidaten aufgrund des Jobhoppings nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen und 30% schließen Job-Hopper sogar kategorisch aus. Als Job-Hopper galt in der Studie, wer mindestens vier Jobs mit einer Laufzeit von weniger als sieben Monaten vorzuweisen hatte. Eine Beschäftigungsdauer von 16 Monaten zwischen zwei Stationen wurde bei der Befragung als akzeptabel empfunden. Doch die Umfrage hat auch einige positive Erfahrungen von Unternehmen mit Jobhopping hervorgebracht. Demnach fanden 77% der Befragten Unternehmen Job-Hopper förderlich für die Unternehmenskultur und 57% finden durch sie interessante Perspektiven und neue Ideen. Für Unternehmen ist es demnach oft ein Spagat zwischen frischem Wind und hohem Qualifizierungsaufwand.

Fazit

Jobhopping bringt verschiedene Vor- und Nachteile mit sich. Es kann Berufseinsteigern dabei helfen schnell das Gehalt zu steigern und in der Karriere aufzusteigen. Auf der anderen Seite können zu viele Wechsel die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt auf Dauer verringern. Möchte man auf Nummer sicher gehen, sollte man mindestens zwei bis drei Jahre in einem Unternehmen verbleiben. Dieser Zeitraum gewährleistet, dass man nach der Einarbeitung in der Lage ist, dem Unternehmen einen spürbaren Mehrwert zu erbringen. Zudem kann man den Wechsel mit sichtbaren Ergebnissen besser begründen. So wissen potentielle Arbeitgeber, dass der Bewerber nicht direkt nach der Einarbeitung wieder verschwindet und sich dessen Einstellung auch wirklich lohnt.

Weitere interessante Beiträge:

4 Gründe, warum langjährige Mitarbeiter besonders wertvoll sind

Wenn der Chef nichts vom Fach versteht: Frustration bei IT-Mitarbeitern

Business Tipp: Schneller einschlafen bei beruflichem Stress

Bildnachweise für diesen Beitrag:
211156380 © fizkes – stock.adobe.com
148426764 © Monkey Business – stock.adobe.com
296920728 © Andrey Popov – stock.adobe.com

Schreibe einen Kommentar

Cookies erleichtern die Bereitstellung der Dienste auf dieser Website. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. OK Datenschutzerklärung