Ralf – Veränderung gelingt denjenigen, die bei sich selbst beginnen

<!--Interview-->Ralf – Veränderung gelingt denjenigen, die bei sich selbst beginnen

Unser Leiter Training und Akademie spricht über die digitale Transformation unserer Welt und die Notwendigkeit der Veränderung für Unternehmen. Er erläutert, warum nicht noch mehr Zeit verstreichen darf, was im ersten Schritt getan werden muss und wie der Wandel am effizientesten gelingt.

Hallo Ralf, seit wann bist Du bei der SPECTRUM tätig?

Ich bin seit 3,5 Jahren bei der SPECTRUM. Davor war ich über 20 Jahre bei einem großen, bekannten IT-Konzern tätig. Dort war ich zuletzt für Aus- und Weiterbildungsthemen sowie den Bereich Hochschulprogramme verantwortlich.

Welche Aufgaben gehören in Deinen Zuständigkeitsbereich?

Als Leiter des Bereichs „Training und Akademie“ verantworte ich die Entwicklung digitaler Kompetenzmodelle sowie die Erarbeitung von Qualifikationspfaden für neue Berufsbilder, die durch die Digitalisierung entstehen. Im Fokus steht dabei stets der Bedarf unserer Kunden an für ihr Unternehmen optimal qualifizierten Fachkräften.

Warum müssen sich besonders Unternehmen der 2000er verändern?

Die bekannten Entwicklungen Virtualisierung, Digitalisierung und Globalisierung zwingen Unternehmen auf der ganzen Welt, sich immer agiler weiterzuentwickeln, wenn sie im heutigen Wettbewerb bestehen möchten. Dazu benötigen die Menschen im Unternehmen jedoch moderne Fähigkeiten, die oft nicht ausreichend gefördert werden. Neben digitalen Skills oder interkulturellen Kompetenzen sprechen wir hier bspw. auch von Soft Skills.

Ein weiterer Punkt ist meiner Erfahrung nach der Generationenwandel. Als ich in mein Berufsleben startete, blieb mir keine andere Wahl als mich einzufügen und anzupassen. Die Arbeitswelt war eben wie sie war und darin musste man sich einfinden. Das ist heute anders. Die nachrückenden Generationen Y, Z und in nicht allzu ferner Zukunft die Generation Alpha bringen ihre ganz eignen Ideen und Werte ein. Sie bestehen darauf, ihre Vorstellungen durchzusetzen und festgefahrene Strukturen aufzubrechen. Hier ist eine smarte Zusammenarbeit zwischen den vorhandenen und hinzukommenden Generationen unverzichtbar.

Welche Veränderung müssen Firmen im Auge behalten?

Das kommt darauf an, ob ein Unternehmen ausschließlich auf dem deutschen Markt, EU-weit oder international tätig ist. Abhängig davon gilt es unterschiedliche Veränderungen im Blick zu behalten. Für Firmen in Deutschland sollte der Aufbau des lokalen Umfelds im Fokus stehen. Sie haben vermutlich mit vergleichsweise hohen Kosten zu kämpfen. Unternehmen, die auf das EU-Ausland ausweichen können, haben schon weitaus mehr Möglichkeiten, den Kostendruck zu senken. Allerdings sollten diese eine gute interkulturelle Anpassungsfähigkeit besitzen. Bewegen wir uns auf dem internationalen Markt, kommen noch weitere Herausforderungen hinzu, wie z.B. die Arbeit über unterschiedlichste Zeitzonen hinweg. Für alle gilt jedoch gleichermaßen: Auf die Wünsche und Bedürfnisse der jungen Talente muss eingegangen werden, denn der Arbeitnehmermarkt zwingt Unternehmen dazu, sich bei Fachkräften zu bewerben – nicht andersherum.

In meiner langjährigen Berufslaufbahn habe ich immer wieder festgestellt: Wer sich verändern will, muss bei sich selbst beginnen. Dieses „selbst“ sind im Falle von Unternehmen die Menschen, die dort arbeiten. Wer begriffen hat, dass Veränderung notwendig ist und immer sein wird, hat schon den ersten wichtigen Schritt bewältigt. Für die Umsetzung braucht es dann „nur“ noch das passend qualifizierte Personal. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um vorhandene Mitarbeiter oder Neuzugänge handelt, denn bilden diese eine resiliente Gemeinschaft, werden sie jede Art der Veränderung vorantreiben.

Was rätst Du Unternehmen, die gar nicht wissen, wen Sie wirklich benötigen und was ihr Peronal können muss?

Wer sich unsicher ist, welche Jobrollen im Transformationsprozess gebraucht werden, sollte sich unbedingt Unterstützung holen. Es geht immerhin um nichts geringeres als die eigene Zukunft. Ein guter Berater, der die Digitalisierung positiv angeht und den modernen Arbeitsmarkt kennt, kann eine hilfreiche Brücke zwischen dem Unternehmen und dem vom Fachkräftemangel geplagten Markt schlagen. Wichtig ist hierbei, zunächst den Bedarf des Arbeitgebers zu analysieren und dann ggf. das Potenzial der vorhandenen Mannschaft über Upskilling Maßnahmen zu fördern. Bleiben anschließend unbesetzte Positionen übrig, werden diese durch Neueinstellung junger oder erfahrener Talente geschlossen. Essenziell bei der Auswahl dieser Menschen ist, dass nicht die fachliche Passgenauigkeit an erster Stelle steht, sondern der „Cultural Fit“. Passt ein Talent zum Unternehmen und ist motiviert, ist die Entwicklung der Fachkompetenzen ein Leichtes.

Wie findet man seine Wunschkandidaten mitten im Fachkräftemangel?

Hat man Kenntnis darüber, welche Fähigkeiten im Unternehmen benötigt werden, bildet dieses Bild vom „passenden Mitarbeiter“ die Basis für die Suche nach geeigneten Kandidaten. Doch genau hier liegt für die meisten Firmen die Herausforderung. Sowohl interne Recruiter als auch Headhunter stoßen oft an ihre Grenzen, denn der Arbeitsmarkt bietet für moderne Jobrollen nur eine begrenzte Anzahl an hochqualifiziertem Personal. Natürlich kann man versuchen, diese wenigen Diamanten abzuwerben, doch das ist zum einen mit hohen Kosten verbunden und zum anderen meist ein kurzes Vergnügen – eben so lange bis diese Mitarbeiter wieder abgeworben werden. Erfolgsversprechender ist die anfängliche Reduzierung der eigenen Erwartungen. Muss es wirklich ein Traumkandidat sein, der bereits über jede Kompetenz verfügt, die gewünscht ist? Oder wäre jemand, der hier und dort ein Skill Gap besitzt, aber gleichzeitig hoch motiviert ist sich weiterzuentwickeln, ausreichend? Wer einen vielversprechenden Karriereweg aufgezeigt bekommt und sich entwickeln darf, bleibt einem Unternehmen länger verbunden und bringt nach kurzer Zeit die gleiche Leistung.

Müssen Unternehmen all diese Aufgaben alleine bewältigen?

Ich empfehle es nicht. Offene Stellen, die einige Zeit unbesetzt bleiben, verursachen überaus hohen Kosten. Hinzu kommt die rasante Geschwindigkeit, mit der sich unsere Welt weiter und weiter digitalisiert. Je länger ein Unternehmen wartet, desto schwieriger wird es, Schritt zu halten und die eigene Existenz zu sichern. Wer jetzt an den richtigen Stellen investiert, um sich Unterstützung im Bereich Recruiting, Qualifizierung und Mitarbeiterbindung zu holen, wird wettbewerbsfähiger in die Zukunft gehen als viele andere. Davon bin ich überzeugt.

Cookies erleichtern die Bereitstellung der Dienste auf dieser Website. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. OK Datenschutzerklärung