Gestik – eine kurze Einführung

Fröhlich lächelnde Bewerberin die, die "Ruf mich an" Geste macht.

Durch die Gestik einer Person werden verschiedene Signale ausgesendet, welche die verbale Kommunikation, sei es unbewusst oder bewusst, ergänzen oder sogar vollkommen ersetzen können. Mit diesem Beitrag geben wir Dir eine kleine Einführung in die Welt der Gesten. Außerdem erhältst Du ein paar Denkanstöße für das Bewerbungsgespräch.

Die verschiedenen Formen von Gestik

Laut den Wissenschaftlern Ekman und Friesen gibt es fünf verschiedene Arten von Gestik:

  • Embleme
  • Illustratoren
  • Affektive Gesten
  • Regulatoren
  • Adaptoren

Klingt erst einmal seltsam, macht nach den folgenden Erklärungen jedoch hoffentlich Sinn.

Embleme sind konventionelle Gesten, welche eine Gesellschaft unmittelbar versteht, dazu zählt zum Beispiel ein Händedruck zur Begrüßung. Gestiken, welche bei der verbalen Kommunikation unbewusst ausgeführt werden, nennt man Illustratoren. Beispielsweise kann dies eine mit Daumen und Zeigefinger symbolisierte Größenangabe sein. Embleme und Illustratoren sind kulturell teilweise erheblich unterschiedlich.

Affektive Gesten sind nicht kontrollierbar und bringen Emotionen zum Vorschein. Häufig äußern diese sich durch Mikroausdrücke im Gesicht, zum Beispiel zusammengepresste Augenbrauen oder ein leichtes Lächeln.

Junge Bewerberin macht die Denker Geste. Eine Augenbraue hochgezogen, der Blick geht nach oben und der Zeigefinger der rechten Hand liegt seitlich auf den Lippen.

Mit den sogenannten Regulatoren gibt ein Kommunikator eine Rückmeldung und fordert vom Kommunikationspartner eine Handlung. Man kann Regulatoren als eine Art Handlungsaufforderung verstehen. Dies kann ein nickender Kopf sein, um seinem Gegenüber ein Startsignal zu übermitteln.

Zuletzt existieren noch die Adaptoren, welche vollständig im Unterbewusstsein ablaufen. Durch deren Einsatz versucht der Kommunikator seine Emotionen zu regeln. Ein Griff zur Nase oder ans Ohrläppchen sind hier gute Beispiele.

Einflüsse auf unsere Gestik und ihre Deutung

Externe Einflüsse, wie zum Beispiel die Kleidung, wirken sich unmittelbar auf die eigene Gestik aus. Beispielsweise ist es daher beim Sitzen wichtig, auf ausreichend Bewegungsfreiheit des Oberkörpers und der Arme zu achten. Wer zu enge Kleidung trägt oder sich in einem Outfit unwohl fühlt, spiegelt das, gewollt oder ungewollt, in seiner Gestik wieder.

Bei anderen Personen kann dies dann zu unterschiedlichen Reaktionen und Deutungen führen. So stehen nach oben geöffnete Handflächen beispielsweise für Offenheit, nach unten geöffnete Handflächen hingegen signalisieren Dominanz. Oder wie würdest Du zum Beispiel wildes, unkontrolliertes Umherfuchteln deuten? Wahrscheinlich würdest Du eine große Unsicherheit bei Deinem Gegenüber vermuten.

Wir könnten vermutlich noch hunderte solcher Beispiele aufführen. Wichtig ist jedoch vor allem eines:
Bewerte Gestik niemals isoliert. Es handelt sich immer um ein Zusammenspiel von Mimik, Blickkontakt, Körperhaltung und externen Rahmenbedingungen.

Junger Bewerber beim Handshake vor dem Vorstellungsgespräch.

Ein paar kleine Tipps für das Bewerbungsgespräch

Im Vorstellungsgespräch kannst Du gerne versuchen, Deine Gestik bewusst einzusetzen. Bleib dabei aber unbedingt authentisch und Du selbst. Studiere Bewegungen nicht vorher ein, denn dann läufst Du Gefahr, unglaubwürdig zu wirken.

Achte einfach auf ein paar grundsätzliche Regeln, wie die Einhaltung eines natürlichen Körperabstands bei der Begrüßung und Verabschiedung des Gesprächspartners. Mit circa einer Armlänge Abstand machst Du hierbei nichts falsch. Absolute No-Gos sind zum Beispiel geballte Fäuste, der Einsatz einer gestikulierenden „Pistole“ oder unkontrolliertes Herumfuchteln.

Denk aber am besten nicht zu viel darüber nach, sondern sei Du selbst und verhalte Dich natürlich. Dann kann nichts schief gehen. Wir glauben an Dein Talent.

Mach’s nicht gewöhnlich. Mach’s anders.
#sonotmainstream

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