Future Skills: 10 Kompetenzen die wir in Zukunft brauchen und wie diese sich messen lassen

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Wir leben in einer Zeit, in der althergebrachte Konventionen zerbröckeln und die Zukunft ungewisser als jemals zuvor ist. Gleichzeitig haben wir die Möglichkeit, den Herausforderungen von morgen – seien es die Langzeitfolgen der Corona-Krise, die digitale Transformation oder der Klimawandel – mit den richtigen Skills kreativ zu begegnen. Sich mit sogenannten „Future Skills“ zu beschäftigen, ist mittlerweile eine Notwendigkeit, der sich Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen stellen müssen. Benötigt werden ein flächendeckendes Umdenken und massive Investitionen in neue Bildungs- und Weiterbildungsformate. Damit sich zukünftig selbstorganisiertes Lernen als Leitprinzip nachhaltig etablieren kann, brauchen wir ferner mehr staatliche und wirtschaftliche Akkreditierungsprozesse für informelle Lernerfolgs- und Leistungsnachweise.

Future Skills: Worüber sich Experten einig sind

Die Zukunft Deutschlands ist wohl ungewisser als jemals zuvor. Corona-Krise, digitale Transformation und Klimawandel werden unser Denken und Handeln nicht nur heute, sondern auch morgen bestimmen. Unsere VUCA-Welt war sicherlich nie so komplex wie jetzt. Um mit dieser Komplexität möglichst produktiv umgehen zu können, brauchen die Menschen der Gegenwart und Zukunft ein adäquates Skillset. Welches die wichtigsten Job Skills für die Zukunft sind, beschäftigt uns bei SPECTRUM schon von Anfang an. Wir wissen heute, dass die Beschäftigten von morgen noch mehr brauchen werden als fachliche Fähigkeiten, Innovationskompetenz und Soft Skills. Denn die neue Normalität wird eine zunehmend automatisierte und digitalisierte Welt sein, in welcher Menschen ihre Eigenständigkeit verteidigen und ihren Arbeitsalltag mit Sinnhaftigkeit füllen müssen. Daher gilt es bereits jetzt für Wirtschaft und Gesellschaft, sich auf relevante Future Skills zu einigen und deren flächendeckende Vermittlung voranzutreiben. Welche Kompetenzen man im Allgemeinen dazu zählt und wie sich diese kategorisieren lassen, darin sind sich Experten rund um den Globus – wie beispielsweise der Bildungsforscher Ulf-Daniel Ehlers, der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft oder das Weltwirtschaftsforum – uneinig.

In Sachen Future Skills differenziert Ehlers individuell-entwicklungsbezogene, individuell-objektbezogene und organisationsbezogene Kompetenzen, während hingegen der Stifterverband in seinem DiskussionspapierDie Zukunft der Qualifizierung in Unternehmen nach Corona“ vom Dezember 2020 digitale und nicht-digitale Schlüsselfähigkeiten sowie Tech-Fähigkeiten hervorhebt. Ungeachtet von begrifflichen oder kategorischen Uneinigkeiten gibt es jedoch einen inhaltlichen Konsens – auch im Sinne des Weltwirtschaftsforums – in Bezug auf die nachhaltige Relevanz folgender Skills:

  1. Eigeninitiative
  2. Flexibilität
  3. Innovationsfähigkeit
  4. Kommunikationsstärke
  5. Lernfähigkeit
  6. Problemlösekompetenz
  7. Resilienz
  8. Selbstbestimmtheit
  9. Selbstwirksamkeit
  10. Technologiekompetenz
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Weitere wichtige Skills sind: Das Aushalten von Ambiguitäten, der sichere Umgang mit Multikulturalität und die Fähigkeit, nachhaltige Sinnstrukturen aufbauen zu können. Um ein solches Set an Future Skills zu vermitteln, sind Wirtschaft und Gesellschaft darauf angewiesen, die bestehenden Lernformate klassischer Bildungs- und Weiterbildungssysteme einem radikalen Umdenken zu unterziehen. Auf dem Spiel steht schließlich der langfristige Erfolg des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Das oberste Ziel sollte diesbezüglich die Förderung von selbstorganisiertem Lernen und weitreichendere Akkreditierungsprozesse für informelle Lernerfolgs- und Leistungsnachweise sein.

Über die steigende Bedeutung informeller Lernerfolgs- und Leistungsnachweise

Steigender technologischer Fortschritt darf am Bildungswesen nicht spurlos vorübergehen. Im Gegenteil: Er bildet den Referenzrahmen für die Bewältigung bevorstehender Problemstellungen, mit denen sich die Menschen von morgen auseinandersetzen. Daher stehen Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen in der Verantwortung, sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene durch die Vermittlung von Future Skills auf sämtliche Eventualitäten der Zukunft vorzubereiten. Inwieweit ein Beschäftigter in Sachen Future Skills gerüstet ist, lässt sich unter anderem mithilfe von Future-Skills-Tests (hier ein Tool von der Beratungsorganisation Ernst & Young) herausfinden. Doch da selbst ein ideales Skillset in kürzester Zeit rasanten Veränderungen ausgesetzt sein kann, wird selbstorganisiertes Lernen zum alles entscheidenden Leitprinzip. Hierauf muss mit neuen Lernformaten ebenso angeknüpft werden wie mit neuen Wegen der Lernerfolgs- und Leistungsmessung. Bisher kann davon ausgegangen werden, dass das Lernen der Zukunft vor allem im digitalen Raum stattfinden, zunehmend aus Mikro-Lerneinheiten – sogenannten „Learning Nuggets“ – bestehen und kollaborative und spielerische Elemente mitaufgreifen wird. Damit sich die erreichten Lernfortschritte jedoch lohnen und langfristig verwertbar werden, müssen informelle Leistungsnachweise von Wirtschaft und Gesellschaft aufgewertet bzw. akkreditiert werden.

Future Skills in Bubbles

Um dem steigenden Qualifizierungsbedarf von Jung und Alt gerecht zu werden, müssen neue Bildungsmaßnahmen, die auf selbstorganisiertes Lernen abstellen, nicht nur in Schulen und Hochschulen etabliert und subventioniert, sondern auch darüber hinaus in den Arbeitsalltag von Beschäftigten eingebunden werden. Durch feste Lernvorgaben am Arbeitsplatz lassen sich diese schrittweise an die Anforderungen der Umwelt anpassen, anstatt sie dem von Corona verstärkten Strukturwandel der Berufslandschaft auszuliefern. In Sachen Reskilling sollten hier vor allem benachteiligte Beschäftigte in den Fokus rücken. Personaler wiederum könnten in absehbarer Zeit mithilfe von KI-gestützten Auswahl- und Persönlichkeitstests oder auch Recruiting-Challenges und Planspielen – wie zum Beispiel dem Spiel „Wasabi Waiter“ – bereits viel über das Skillset geeigneter Job-Kandidaten herausfinden. Face-to-Face-Interviews werden sich jedoch nicht ersetzen lassen. Im Gegenteil: Future Skills lassen sich nicht nur durch KI, Spiele und Tests messen, sondern müssen auch von kompetenten Personalern eingeschätzt werden. Letztendlich geht es beim Recruiting auch um die Beurteilung tieferer Motivationen eines Bewerbers und des damit verbundenen „Cultural Fits“ zum Unternehmen. Darüber hinaus werden im „War for Talents“ und somit auch beim Recruiting langfristig informelle Leistungsnachweise bzw. Mikro-Qualifikationen sowie erfolgreich absolvierte Projekte an Bedeutung gewinnen, um Future Skills nachzuweisen. Hat sich dies in Wirtschaft und Gesellschaft erst einmal flächendeckend durchgesetzt, steht einer innovationsfreundlicheren Zukunft nichts mehr im Wege.

Wir machen aus Talenten Experten.

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