Frugalismus im Studium – finanziell unabhängig durch Verzicht?

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Miniaturfigur in Anzug steht vor Muenzbergen als verbildlichung des Frugalismus

Du fragst Dich bestimmt, was sich hinter dem schwer auszusprechenden Begriff „Frugalismus“ versteckt. Übersetzen lässt er sich am besten mit Bescheidenheit, Genügsamkeit, Einfachheit oder Luxusverzicht. Dies leitet sich vom lateinischen Wort „frugalis“ ab, unter welchem man „sparsam“ oder „genügsam“ versteht.

Aber welche Vorteile bringt der Frugalismus Dir als Student? Vorweg schon einmal so viel: Wer weniger Geld ausgibt, muss auch weniger Geld einnehmen, um seine Kosten zu decken. 😉

Frugalismus vs. Minimalismus

Frugalismus kann wie folgt beschrieben werden:

  • Der Frugalismus ist eine Art zu leben, bei welcher man sich bewusst entscheidet, bescheiden zu leben und so einen Großteil seines Einkommens zu sparen
  • Die Anhänger dieses Lebensstils werden Frugalisten genannt
  • Frugalisten verfolgen das Ziel, mit dem 40. Lebensjahr eine finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Sie versuchen also, sich ihre „Rente“ in kürzester Zeit anzusparen
  • Der Frugalist spart sein Geld, um dieses langfristig in Aktien und andere Anlagen zu investieren

Aber was unterscheidet den Frugalismus vom Minimalismus? Die Ansichten von Frugalisten und Minimalisten stellen sich in einigen Aspekten ähnlich dar. Jedoch sind diese nicht gleichzusetzen. Gemeinsamkeiten zwischen den Konzepten sind:

  • Ein nachhaltiger Lebensstil
  • Der Wunsch nach einem erfüllten und glücklichen Leben
  • Ein bewusster Verzicht auf unnötige Güter

Der kleine, aber feine Unterschied bezieht sich auf den Fokus des entsprechenden Lebensstils. Der Minimalismus umfasst einen grundsätzlichen Konsumverzicht, welcher auf einen simplen Lebensstil weist. Im Gegensatz dazu beschreibt der Frugalismus den Konsumverzicht für einen langfristigen Vermögensaufbau.

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Minimalisten konsumieren somit aus Überzeugung weniger, Frugalisten für eine frühe Rente und weniger Sorgen im Alter. Aber konkret gefragt: Was machen diese Menschen, um ihr Ziel zu erreichen und wie kannst Du davon profitieren? Wir geben ein Beispiel anhand eines Studierenden und dessen variable Kosten.

Beispiel: Ausgaben im Studium

Während dem Studium entstehen einige fixe Kosten (Miete, Versicherungen, etc.) sowie variable Kosten (Nahrungsmittel, Kleidung, Elektronikartikel und andere Konsumgüter). Zunächst solltest Du Dir daher ein klares Bild über Deine Ausgaben machen.

Wir haben dazu eine überschaubare und simple Beispiel-Rechnung für Dich erstellt. Gehen wir davon aus, dass ein Jahr etwa 36 Vorlesungs- und Prüfungswochen hat, könnten Deine Ausgaben ungefähr wie folgt aussehen:

Täglicher Coffee-to-go:
Kosten pro Stück: ca. 1,80 €
Kosten pro Woche: ca. 9 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 1.296 €

Tägliches belegtes Brötchen:
Kosten pro Stück: ca. 3 €
Kosten pro Woche: ca. 15 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 2.160 €

Monatliche Mobilfunkkosten:
Kosten pro Monat: ca. 29,99 €
Kosten pro Jahr: ca. 359,88 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 1.440 €

Wöchentlicher Restaurantbesuch:
Kosten pro Besuch: ca. 20 €
Kosten pro Monat: ca. 80 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 3.840 €

Gesamtkosten nach 4 Jahren Studium: ca. 8.736 €

Dir entstehen über die Dauer Deines Studiums somit knapp 9.000 Euro an Ausgaben. Klingt nicht gerade nach wenig. Doch mit kleinen Hilfestellungen kannst Du einen Großteil dieses Betrags einsparen.

Coffee to go Becher wird in Cafe an Kunde uebergeben

Kosten einsparen wie ein Frugalist

Es ist deutlich günstiger, den Kaffee von zu Hause mitzunehmen. Verhungern musst Du auch nicht, denn Dein Brötchen kannst Du kurzerhand selbst belegen. Auf Dein Smartphone musst Du natürlich nicht verzichten, sondern lediglich einen günstigeren Prepaid-Tarif auswählen. Wenn Du zudem Deinen wöchentlichen Restaurantbesuch auf einen im Monat reduzierst, lässt dies Deine Ausgaben zusätzlich schrumpfen.

Eine genügsame Kalkulation könnte dann so aussehen:

Täglicher Kaffee von zu Hause:
Kosten pro Stück: ca. 0,25 €
Kosten pro Woche: ca. 1,25 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 180 € statt 1.296 €

Tägliches selbst belegtes Brötchen:
Kosten pro Stück: ca. 1 €
Kosten pro Woche: ca. 5 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 720 € statt 2.160 €

Monatliche Mobilfunkkosten:
Kosten pro Monat: ca. 9,99 €
Kosten pro Jahr: ca. 119,88 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 480 € statt 1.440 €

Monatlicher Restaurantbesuch:
Kosten pro Besuch: ca. 20 €
Kosten pro Jahr: ca. 240 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 960 € statt 3.840 €

Gesamtkosten nach 4 Jahren Studium: ca. 2.340€ statt 8.736 €

Geldscheine in Einmachglas inHaenden gehalten

Überraschend, oder? Ohne wirklich auf etwas zu verzichten, sparst Du während Deines Studiums mit diesen einfachen Tricks ungefähr 6.000 Euro. Und das ist noch nicht alles, denn unsere Auflistung lässt sich natürlich auf viele weitere Bereiche übertragen und für Kostensenkungen nutzen. „Frugalisten“ verhalten sich genau nach diesem Prinzip und übertragen es quasi in alle Lebensbereiche. Das eingesparte Kapital investieren sie dann beispielsweise in Aktienfonds oder andere Wertanlagen.

Ist Frugalismus etwas für Dich?

Als Fazit dieser Lebensphilosophie lässt sich sagen, dass jemand, der weniger ausgibt, weniger Zeit aufwenden muss, um seine Kosten zu decken. Das bedeutet, Du hast im Endeffekt mehr Freizeit und kannst Dich mehr auf Dein Studium und die bevorstehenden Prüfungen fokussieren. Wenn Dich Deine Eltern finanziell unterstützen, Du ihnen jedoch nicht zu sehr auf der Tasche liegen möchtest, kannst Du Dich durch diese Lebensweise zudem unabhängiger machen.

Wir wünschen Dir viel Spaß beim Ausprobieren!

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