Frugalismus – Finanzielle Unabhängigkeit durch Verzicht?

Drei unterschiedlich hohe Münzstapel (von links nach rechts absteigend). Rechts daneben steht eine mit Münzen gefüllte Milchkanne.

Du fragst Dich vermutlich zunächst, welche Bedeutung dieses schwer auszusprechende Wort „Frugalismus“ hat. Übersetzen lässt es sich am besten mit Bescheidenheit, Genügsamkeit, Einfachheit, Luxusverzicht. Doch welche Schlüsse kannst du als Student daraus ziehen und welche Vorteile bringt es Dir? Vorweg schon einmal so viel: Wer weniger Geld ausgibt, muss auch weniger Geld einnehmen, um seine Kosten zu decken.

Im Internet kursieren seit geraumer Zeit verschiedene Blogs und Tutorials von sogenannten „Frugalisten“. Sie verfolgen überwiegend das Ziel, zeitnah in das Stadium der finanziellen Unabhängigkeit einzutreten. Einige von ihnen gehen bereits im Alter von 40 Jahren in Rente. Aber was machen diese Menschen, um ihr Ziel zu erreichen und wie kannst Du davon profitieren?

Es fallen viele verschiedene Kosten im Studium an

Während dem Studium entstehen unzählige fixe Kosten (Miete, Versicherungen, etc.) und variable Kosten (Nahrungsmittel, Klamotten, Elektronikartikel und andere Konsumgüter). Zunächst solltest Du Dir daher ein klares Bild über Deine Ausgaben machen. Dazu haben wir eine kleine, aber simple Rechnung für Dich erstellt. Gehen wir davon aus, dass ein Jahr etwa 36 Vorlesungs- und Prüfungswochen hat, könnten Deine Ausgaben ungefähr wie folgt aussehen:

Täglicher Coffee-to-go:
Kosten pro Stück: ca. 1 €
Kosten pro Woche: ca. 5 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 720 €

Tägliches belegtes Brötchen:
Kosten pro Stück: ca. 1,50 €
Kosten pro Woche: ca. 7,50 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 1.080 €

Monatliche Handykosten:
Kosten pro Monat: ca. 29,99 €
Kosten pro Jahr: ca. 359,88 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 1.440 €

Wöchentlicher Restaurantbesuch:
Kosten pro Besuch: ca. 18 €
Kosten pro Monat: ca. 72 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 2.592 €

Gesamtkosten nach 4 Jahren Studium: ca. 8.710 €

Das Bild zeigt eine lächelnde Studentin. In einer Hand hält sie einen Kaffeebecher, in der anderen Hand ein Tablet. Im Hintergrund sieht man eine Gebäudefront.

So kannst Du Kosten einsparen

Dir entstehen über die Dauer Deines Studiums somit knapp 9.000 Euro an Ausgaben. Klingt nicht gerade nach wenig. Doch mit unseren Tipps kannst Du einen Großteil dieses Betrags einsparen. So ist es deutlich günstiger, den Kaffee von zu Hause mitzunehmen. Verhungern musst Du auch nicht, denn Dein Brötchen kannst Du kurzerhand selbst belegen. Auf Dein Smartphone musst Du natürlich ebenfalls nicht verzichten, sondern lediglich einen günstigeren Prepaid-Tarif auswählen. Wenn Du zudem Deinen wöchentlichen Restaurantbesuch auf einen im Monat reduzierst, lässt dies Deine Ausgaben zusätzlich schrumpfen. Eine bereinigte Kalkulation könnte dann so aussehen:

Täglicher Kaffee von zu Hause:
Kosten pro Stück: ca. 0,20 €
Kosten pro Woche: ca. 1 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 144 € statt 720 €

Tägliches selbst belegtes Brötchen:
Kosten pro Stück: ca. 0,70 €
Kosten pro Woche: ca. 3,50 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 504 € statt 1.080 €

Monatliche Handykosten:
Kosten pro Monat: ca. 9,99 €
Kosten pro Jahr: ca. 119,88 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 480 € statt 1.440 €

Monatlicher Restaurantbesuch:
Kosten pro Besuch: ca. 18 €
Kosten pro Jahr: ca. 162 €
Kosten nach 4 Jahren Studium: ca. 648 € statt 2.592 €

Gesamtkosten nach 4 Jahren Studium: ca. 1.775 € statt 8.710 €

Kinderhände halten ein weißes SparschweinÜberraschend, oder? Ohne wirklich auf irgendetwas zu verzichten, sparst Du während Deines Studiums mit diesen einfachen Tricks ungefähr 7.000 Euro. Und das ist noch nicht alles, denn unsere Auflistung lässt sich natürlich auf viele weitere Bereiche übertragen und für Kostensenkungen nutzen. „Frugalisten“ verhalten sich genau nach diesem Prinzip und übertragen es quasi in alle Lebensbereiche. Das eingesparte Kapital investieren sie dann beispielsweise in Aktienfonds.

Ist der Frugalismus etwas für Dich?

Als Fazit dieser Lebensphilosophie lässt sich sagen, dass jemand der weniger ausgibt, weniger Zeit aufwenden muss, um seine Kosten zu decken. Das bedeutet, Du hast im Endeffekt mehr Freizeit und kannst Dich zudem mehr auf Dein Studium und die bevorstehenden Prüfungen fokussieren. Wenn Dich Deine Eltern finanziell unterstützen, Du ihnen jedoch nicht zu sehr auf der Tasche liegen möchtest, kannst Du Dich durch diese Lebensweise zudem unabhängiger machen.

Wir wünschen Dir viel Spaß beim Ausprobieren.

Mach’s nicht gewöhnlich. Mach’s anders.
#sonotmainstream

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