Remote Recruiting – Digital erfolgreich gegen den Fachkräftemangel

Bewerber im Videointerview

In diesen Tagen setzen Unternehmen mehr denn je auf Remote Recruiting. Waren Vorstellungsgespräche über Plattformen wie Skype, Google Hangouts, MS Teams oder Slack bisher eher Notlösungen, werden sie nun immer mehr zum Standard.

Welche Arten des Remote Recruiting es gibt und was Sie für eine langfristig erfolgreiche Umsetzung von Remote Recruiting in Ihrem Unternehmen beachten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Remote Recruiting: 5 Tipps für langfristigen Erfolg

Auch im Recruiting kann die Umstellung von analog auf digital eine große Hürde darstellen, die Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen betrifft. Im Folgenden liefern wir Ihnen 5 Tipps, die Sie grundsätzlich beachten sollten, wenn Sie Remote Recruiting erfolgreich für Ihr Unternehmen nutzen wollen.

1. Strategisches Arbeiten

Die Umstellung von analog auf digital sollte gut durchdacht sein und nicht auf einer Bauchentscheidung basieren. Analysieren Sie alle Prozessschritte, die digitalisiert werden sollen, genau. So können Sie am besten entscheiden, wie die einzelnen Schritte digitalisiert werden (Software, Infrastruktur, usw.). Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die interne und externe Kommunikation bzgl. des Digitalisierungsvorhabens. Bewerber und Bewerberinnen müssen genauso über den digitalen Recruiting-/Bewerbungsprozess informiert werden wie interne Mitarbeiter, denn eine digitale Transformation kann nur erfolgreich sein, wenn alle betroffenen Parteien davon in Kenntnis gesetzt werden und mitziehen.

Mitarbeiter ärgert sich über Verbindungsprobleme beim Remote Recruiting

2. Die richtige Software

Bei einer digitalen Transformation spielt die Software, die eingesetzt werden soll, eine ganz entscheidende Rolle. Im Fall des Recruitings ist hier besonders darauf zu achten, dass nicht nur der Bewerbungs-/Recruitingprozess von der Software abgebildet werden kann, sondern auch die internen Prozesse, die die Kommunikation zwischen den Personalern betreffen.

SPECTRUM Tipp: Als Recruiting- und Qualifizierungsspezialist haben wir bereits verschiedene, auf dem Markt erhältliche, Software getestet. Wer nicht gerade eine eigene, individuelle Software entwickeln möchte oder kann, muss damit rechnen, dass die erstbeste Wahl nach ausgiebigem Einsatz vielleicht doch nicht perfekt ist. Ein Wechsel ist jedoch durchaus machbar – wenn auch mit etwas Aufwand. Die Hauptsache ist, dass Sie anfangen den digitalen Weg zu gehen.

3. Übergreifend denken

Bei der digitalen Transformation von Recruiting- und Personalmarketing-Prozessen ist die Digitalexpertise aller HR Mitarbeiter gefragt. Die Digitalisierung hat nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern auch die Jobsuche maßgeblich verändert. Für Unternehmen ist es deshalb besonders wichtig zu wissen, über welche Kanäle und Plattformen (Xing, LinkedIn, Facebook, TikTok, usw.) potenzielle Bewerber und Jobinteressenten erreicht werden können und vor allem, wie diese Plattformen und Kanäle funktionieren.

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4. Candidate Journey beachten

Die Digitalisierung von Prozessen soll letztlich dazu führen, dass diese Prozesse für alle Beteiligten einfacher werden. Im Recruiting bedeutet das: Je einfacher die Prozesse, desto geringer die Chance, dass eine Jobinteressentin bereits zu Beginn der Candidate Journey abspringt. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn nur weil ein Prozess digital ist, heißt das nicht automatisch, dass er für Jobinteressenten oder Bewerber auch einfach ist. Absolute No-Gos beim digitalen Bewerbungsprozess sind zum Beispiel: Lange Ladezeiten, Upload- Begrenzungen, komplexe Anmeldeverfahren über mehrere Seiten oder auch der Download bestimmter Software als Voraussetzung für das Vorstellungsgespräch.

5. Gute Vorbereitung und technisches Know-How

Genau wie ein analoges Vorstellungsgespräch muss auch ein digitales Video-Interview selbstverständlich vorbereitet werden. Bei der digitalen Vorbereitung kommt jedoch hinzu, dass auch die Technik reibungslos funktionieren soll. Defizite in der Digitalkompetenz der Personalmitarbeiter sollten ggf. durch Schulungen und Weiterbildungen behoben werden. Wer als Unternehmen digital auf die Suche nach neuen Mitarbeitern gehen will, sollte nicht an der Technik oder an technisch unversierten Mitarbeitern scheitern. Ein Jobinteressent bemerkt im Gespräch sofort, ob eine Panne technischer Natur ist oder ob sie von der Inkompetenz des Gesprächspartners verursacht wird.

SPECTRUM Insight: Nicht alle Ihre Mitarbeiter verfügen über die benötigten digitalen Kompetenzen? Wir unterstützen Sie bei ihrer Weiterentwicklung. Im Rahmen unserer Upskilling-Services analysieren wir zunächst die vorhandenen Skills. Anschließend erarbeiten wir einen individuellen Qualifizierungsplan mit Ihnen und setzen diesen mit unseren erfahrenen Trainern um. So gehen Sie gemeinsam gestärkt in die digitale Zukunft.

Verbindungsprobleme beim Remote Recruiting Mitarbeiter betet dass es diesmal klappt

Remote Recruiting: 3 Möglichkeiten für die erfolgreiche Umsetzung

Zur digitalen Gestaltung der externen Unternehmenskommunikation gibt es zahlreiche Optionen. Wir beleuchten 3 verschiedene Formen des digitalen Vorstellungsgesprächs, die häufig zur Kommunikation mit Interessenten und Bewerbern eingesetzt werden.

1. Der Video-Pitch

Beim Video-Pitch sendet der Bewerber oder die Bewerberin ein kurzes, selbstgedrehtes Video an die Recruiter. In diesem Video stellt der Kandidat sich selbst vor und kann seine Motivation für die betreffende Stelle ausdrücken. Der Video-Pitch ersetzt den klassischen Lebenslauf nicht, kann diesen aber durchaus mit einer persönlichen Note der Bewerberin ergänzen.

Vorteile:

  • Erster Eindruck unabhängig von der Berufserfahrung
  • Soft-Skills sind im Vordergrund
  • Früher Einblick in die Persönlichkeit des Kandidaten

Nachteile:

  • Wenig Aufschluss über die fachlichen Kompetenzen

Bewerberin im Videointerview

2. Das zeitversetzte Interview

Das zeitversetzte Interview besticht durch die Unabhängigkeit von Ort und Zeit. Hierbei werden Fragen, schriftlich oder per Video, versendet. Der Kandidat beantwortet diese Fragen in einer Video-Antwort und sendet diese zurück an das Recruiting-Team.

Vorteile:

  • Mehrere Kandidaten können in kurzer Zeit gescreent werden
  • Hohe Flexibilität im Recruiting-Alltag
  • Keine Probleme mit unterschiedlichen Zeitzonen

Nachteile:

  • Die zwischenmenschliche Komponente fehlt
  • Charakter der Kandidatin kann nur schwer eingeschätzt werden (Fehlende Spontanität)

3. Das Live-Interview

Der Klassiker unter den digitalen Interviewformen im Rahmen des Remote Recruiting Ansatzes ist das Live Interview. Das Interview wird dabei über eine digitale Kommunikationsplattform in Echtzeit geführt und ähnelt daher dem analogen Vorstellungsgespräch am meisten.

Vorteile:

  • Spontaner Austausch und natürlicher Dialog
  • Praktische Aufgaben und Case-Studies können durchgeführt werden
  • Persönliche Eindrücke, fast wie beim Face-to-Face Interview

Nachteile:

  • Verschiedene Zeitzonen können eine Herausforderung sein

Welche Art von Video-Interview Sie letztlich in ihrem Unternehmen einsetzen, hängt sehr stark von Ihrer individuellen Recruiting-Situation ab. Deutlich wird aber, dass Video-Interviews eine effiziente Alternative zu klassischen Interviewmethoden sein können und auf ihrer Basis am ehesten valide Entscheidungen getroffen werden können.

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