Die Zukunft der Weiterbildung – Worauf es ankommt und warum sie immer wichtiger wird

Wirtschaftsexperte spricht über die Zukunft der Weiterbildung

Der Fachkräftemangel ist auch im Jahr 2020 spürbar. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) schätzte im Februar, dass knapp die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland Schwierigkeiten habe, ihre offenen Stellen mit geeignetem Personal zu besetzen. Wenn die Bewerber ausbleiben, lohnt es sich daher immer mehr, seine bereits vorhandenen Mitarbeiter weiterzubilden oder sie für neue berufliche Aufgaben zu begeistern. Das Jahr 2020 zeigt: Für Belegschaften wird die Weiterbildung eine zunehmend wichtige Angelegenheit. Vieles deutet darauf hin, dass die Weiterbildung – neben der Fortbildung – zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für die deutsche Wirtschaft avanciert. Insbesondere die Rolle von älteren Kollegen – altgedienten Leistungsstützen – lässt sich auf diese Weise neu definieren.

Warum die Zukunft individuellere Weiterbildungsangebote verlangt

Bildung fördert nicht nur die persönliche Entwicklung eines Menschen, sondern fungiert auch gleichzeitig als Wachstumsmotor für die Wirtschaft. Damit Talente zu High Potentials werden, gilt es für Unternehmen, vorausschauend zu investieren. Schließlich wissen sie, dass nicht nur die Loyalität und Zufriedenheit ihres Personals sicherzustellen ist, sondern auch Engpässe auf dem Arbeitsmarkt auszugleichen sind. Und genau darin liegt – im Gegensatz zur Fortbildung – die Stärke der Weiterbildung: Sie wirkt im besonderen Maße horizonterweiternd, da die Führungskraft oder der Angestellte zusätzliche Fertigkeiten oder Qualifikationen jenseits des gewohnten Arbeitsbereichs erlernt. Die Unternehmensberatung McKinsey geht davon aus, dass sich bis 2030 weltweit jede vierte Frau und jeder dritte Mann in neue Berufsfelder einarbeiten muss. Die Weiterbildung der Zukunft kann somit nicht nach dem Prinzip „one-size-fits-all“ funktionieren, sondern muss – im Einklang mit den Bedürfnissen der Wirtschaft – auf individuellere Formate abstellen.

Die Digitalisierung schafft bekannterweise sowohl in den Fachbereichen als auch im IT-Bereich komplett neue Stellenprofile. Fortbildungs- und Weiterbildungsangebote passen sich dem an; Abschlüsse und Titel sind immer schwerer miteinander zu vergleichen. Seit Anfang des Jahres können daher nun in einigen Berufssparten die Titel „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ erworben und geführt werden. Im Handwerk beispielsweise entspricht der Meisterbrief für dem „Bachelor Professional“. Während manche Experten die Gleichwertigkeit akademischer und beruflicher Bildungsabschlüsse fordern, wird bei anderen wiederum der Wunsch laut, verstärkt informelle Lern- und Weiterbildungsangebote auszubauen. Schließlich soll der lernbereite Beschäftigte nicht nur Wissenslücken in seinem Betrieb ausfüllen, sondern gleichzeitig auch als eine Art Multiplikator dienen. Dies gilt insbesondere in Zeiten des demografischen Wandels, in welchen die Arbeits- und Wirtschaftsleistung einer ganzen Nation immer weniger Menschen zu tragen haben. Gerade zunehmend alternde Belegschaften brauchen somit individuellere Lernformate, mit denen sie für die digitalen Herausforderungen des Arbeitsalltags gewappnet sind.

Ein SAP Experte beim programmieren.

Innovative oder klassische Weiterbildungsformate?

Es gibt zahlreiche Weiterbildungsformate für Lernwillige, die wahlweise in Voll- oder Teilzeit, als Fernstudium oder in Form von Präsenzveranstaltungen zu absolvieren sind. Im Zuge der Digitalisierung scheinen jedoch Fortbildungs- und Weiterbildungsangebote zunehmend miteinander zu verschmelzen. Die Bildungsangebote der Zukunft sollen unter anderem auf adaptive Lernsysteme und virtuelle Bildungseinrichtungen zurückgreifen – ganz im Sinne des Blended Learning bzw. E-Learning. Dadurch lassen sich die Vorteile virtueller und nicht-virtueller Lernwelten und Methoden miteinander kombinieren. Eine Innovation in puncto informelles Lernen stellen sogenannte „Open Badges“, individuell gestaltbare Kompetenznachweise, dar, die bereits über 3000 Firmen weltweit in ihre Arbeit integriert haben. Durch solche technischen Möglichkeiten lassen sich zweifelsfrei kompetenzübergreifende Lernleistungen würdigen und direkt „on-the-job“ vertiefen. Dennoch ersetzen diese kein allumfassendes, bedürfnisgerechtes „Upskilling“. Ebenso wenn es ums Coaching, Mentoring bzw. um die Vermittlung von Soft Skills geht, wird die digitale Technik auch weiterhin an ihre Grenzen stoßen.

Lebensbegleitendes Lernen ist nach wie vor die beste Lösung, um beruflich erfolgreich zu sein. Dies betont auch die Organisations- und Personalberatung Korn Ferry in ihrer „Top Talent Trends“-Analyse für das Jahr 2020. Und der Trend zur Weiterbildung ist mittlerweile in der Berufswelt angekommen: Neben der Anstellung neuer Mitarbeiter nimmt man vermehrt die gesamte Belegschaft in den Blick. Damit Firmen ihre Herausforderungen meistern, müssen Weiterbildungen jedoch auf ein konkretes Ziel ausgerichtet und hierfür zunächst die individuellen Entwicklungs- und Qualifizierungsbedarfe bei den Mitarbeitern identifiziert werden. Diese Aufgaben gehören zu den Kernkompetenzen von SPECTRUM. Wir analysieren die vorhandenen Skills und Potenziale Ihres Personals, führen einen Abgleich zu gewünschten Sollkompetenzen durch und helfen Ihnen, Ihre Belegschaft systematisch weiterzubilden. Denn durch eine maßgeschneiderte Weiterentwicklung Ihres Personals stärken Sie Ihre digitale Zukunftsfähigkeit. Wir von SPECTRUM unterstützen dabei beide Parteien: Sowohl die Unternehmen bei der Umsetzung ihrer strategischen Ziele als auch die Angestellten bei der Erreichung ihrer persönlichen Bildungsanliegen.

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