Die Eigenarten der Generation Z – Was Arbeitgeber wissen müssen, um diese für sich zu nutzen

Typische Vertreter der Generation Z auf dem Nachhauseweg nach der Schule.

Die Generation Z ist als erste Generation überhaupt systematisch mit der Informationsvielfalt des Internets und den Möglichkeiten mobiler Kommunikation aufgewachsen. Sie strotzt vor permanenter Ideenkreativität und will sich selbstverwirklichen. Es ist die Aufgabe der Führungsstruktur eines Unternehmens, dieses Innovationspotenzial zu begreifen und für sich brauchbar zu machen. Hierfür ist es jedoch notwendig, die Ursachen des Denkens und Handelns dieser jungen Menschen zu verstehen. Wer letztendlich ihre Loyalität gewinnt, wird sich im Fachkräftewettbewerb behaupten können.

Ein Lebensgefühl des permanenten Umbruchs

Seien wir mal ehrlich: Man hat doch schon immer über die Jugend geschimpft. Angeblich habe sogar Sokrates im Jahr 400 vor Christus geklagt: „Die Jugend liebt heute den Luxus, sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt mehr vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte“. Dabei sind Generationsunterschiede unvermeidbar. Schließlich sind sie das Ergebnis unterschiedlicher Erfahrungen einzelner Altersstufen in ihren jeweiligen Arbeitskontexten, Lebensphasen und Lebensumfeldern. Daher ist auch das Denken und Verhalten der sogenannten „Generation Z“, deren Vertreter tendenziell zwischen 1997 und 2012 geboren wurden, nicht verwunderlich, sondern eine kollektive Reaktion auf die Anforderungen und Lebensbedingungen unserer heutigen Zeit.
Eine Gruppe junger Menschen am Ufer der Themse in London schaut gemeinsam auf ein Smartphone.
Die sogenannte „Generation Sicher“ wächst mit der Überzeugung auf, dass sich jeder Lebensbereich jederzeit einem rasanten Wandel unterziehen könnte. Politische und wirtschaftliche Turbulenzen sowie die neusten Möglichkeiten der Technik haben Spuren im Mindset dieser jungen Menschen hinterlassen. Bei ihren Entscheidungen schwingt somit oftmals ein immanentes Sicherheitsbedürfnis mit, während sie jedoch gleichzeitig die Vielfalt der ihnen angebotenen Optionen zur Lebensgestaltung zu nutzen versuchen. Ferner ist bei ihnen, wie auch schon bei der Generation Y, angesichts ihrer Fixierung auf Erlebnisse und Spaß ein fundamentaler Mentalitätswechsel zu erkennen. Generation Z fühlt sich verpflichtet, den eigenen Lebensstil als „Kunstwerk“ zu betrachten und ständig zu optimieren – auch weil althergebrachte Handlungsmuster und Richtlinien kaum mehr Bestand haben.

Eine heranwachsende Informationselite ohne konkrete Ziele

Egal, ob sie Instagram, TikTok oder Whatsapp nutzen, weil die sogenannte „Net Generation“ wie keine Generation zuvor auch in virtuellen Welten lebt, sind sie wahrhaftige Technologie-Junkies und für sämtliche Technik-Trends verantwortlich. Sie sind üblicherweise in der Lage, Unmengen an Informationen aufzunehmen, zu filtern und zu verarbeiten. Informationstechnisch kompetente junge Menschen bedeuten – insbesondere, wenn sie weitere Qualifikationen mitbringen – ein enormes Innovationspotenzial für Kultur, Politik und Wirtschaft. Doch anstatt Utopien einer besseren Welt zu verfolgen, versuchen die meisten von ihnen vielmehr, in einer wettbewerbsorientierten Gesellschaft, die dem Konsum und der Leistung frönt, am Ball zu bleiben. Viele Vertreter der Generation Z halten daher auch soziales oder politisches Engagement sowie ein prospektives Planen für kaum lohnenswert. Flexibilität und Unverbindlichkeit sind ihr Credo.
Eine Flaschenpost treibt ziellos auf dem Meer.
Die Generation Z lebt in ständiger Revisionsbereitschaft, um den wachsenden Herausforderungen ihrer Umwelt gerecht werden zu können. Im Ernstfall werten sie einfach einzelne Elemente ihres Lebenskonzepts ab und andere Komponenten wiederum auf. Diesbezüglich sind auch die Arbeitgeber vor einer plötzlichen Aufkündigung der Loyalität ihrer jungen Arbeitnehmer nicht gefeit. Passt der Job nicht zum eigenen Konzept eines „guten“ Lebens, so wird er bereitwillig gewechselt. Es steht außer Frage, dass eine hohe Absprungrate junger Arbeitnehmer für jedes Unternehmen ein bedrohliches Zukunftsszenario darstellt. Es ist daher empfehlenswert, in der Arbeitswelt auf die individuellen Lebensmodelle der Generation Z einzugehen. Schließlich ist auch die Loyalität der jungen Arbeitnehmer gegenüber ihrem Arbeitgeber ein Garant für dessen Erfolg.

Anreizsysteme mittels Gamification etablieren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Mitarbeiter an ein Unternehmen zu binden. Sei es die Implementierung von flexiblen Arbeitszeiten, von individuellen Entwicklungsmöglichkeiten oder von wechselnden Herausforderungen, Arbeitgeber sollten eine Reihe von besonderen Maßnahmen zur Integration junger Arbeitnehmer bereitstellen, um sich auch in Zukunft im Wettbewerb um junge Fachkräfte behaupten zu können. Es gibt jedoch noch eine weitere Technik zur Loyalitätssteigerung, die sich mittlerweile in der Arbeitswelt einer großen Beliebtheit erfreut: Das Prinzip der „Gamification“ bzw. „Gamifizierung“. Dieses spricht im besonderen Maße den Spieltrieb der Generation Z an. Unter „Gamification“, laut Oxford-Wörterbuch eines der Wörter des Jahres 2011, versteht man im Allgemeinen die Anwendung spieltypischer Elemente in der Arbeitspraxis. Die positiven Folgen für den „spielenden“ Arbeitnehmer sind: Engagement Loops, Flow-Momente und intrinsische Motivation im Arbeitsalltag.

Gamification funktioniert, weil wir es lieben, zu gewinnen. Die Umsetzung von spieltypischen Elementen wie beispielsweise von Level- und Punktesystemen sowie von maßgeschneiderten Herausforderungen und sofortigem Feedback in der Arbeitspraxis kann die Arbeitnehmer zu einer gesteigerten Lern- und Leistungsbereitschaft anregen. Besonders junge Menschen schätzen die Entscheidungsfreiheit und Kreativität, die ihnen hierdurch im Arbeitsalltag ermöglicht werden. So könnte man beispielsweise bei Trainees bzw. bei der gesamten Belegschaft die zu absolvierende Arbeit bzw. das Lernpensum in mehrere Level aufteilen und ihnen das Erreichen einzelner Ziele direkt zurückmelden. Außerdem könnten diesen durch das Sammeln von Punkten attraktive Preise wie Boni oder Sonderurlaub in Aussicht gestellt werden. Ferner bieten sich spielorientierte Programme auch für Mitarbeiterschulungen oder zur Verbreitung eines gewünschten Markenimages eines Unternehmens gegenüber Kunden an.

Unabhängig davon, wie widersprüchlich der Zeitgeist der Generation Z wirkt, wir bei SPECTRUM wissen, dass es sich lohnt, auf die neuartigen Ansprüche und Bedürfnisse dieser jungen Generation einzugehen. Auch wenn Generation Z womöglich eine anspruchsvolle Klientel an Arbeitnehmern bereitstellt, so sollte man ihr Zukunftspotenzial dennoch produktiv zu nutzen wissen.

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