Der IT-Fachkräftemarkt im Jahr 2021 – Was uns erwartet und wie wir reagieren können

Dürre in einer Steppe

Die Zwanzigerjahre haben für viele Menschen ungünstig begonnen. Anfangs waren die Erwartungen an das Jahr 2020 noch groß, dann erreichte die Corona-Krise auch uns in Deutschland. Das neue Jahr 2021 scheint wiederum hoffnungsvoller zu starten: Erste Impfkampagnen gegen das Virus lassen uns über ein baldiges Ende der Pandemie spekulieren. Doch mit den dadurch zu erwartenden nachhaltigen Lockerungen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens rücken auch alte Probleme wieder mehr ins Rampenlicht – Probleme, welche die flächendeckende Zwangsdigitalisierung der letzten Monate sogar noch verstärkt hat. Fachkräftesucher wissen es bereits: Vor allem IT-Fachkräfte sind nun gefragter als jemals zuvor. Doch der Nachwuchs kann diese Lücken nicht begleichen, was unsere Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig belasten wird. Es wird somit eine Kernaufgabe des Jahres 2021 sein, auf diese Engpässe im IT-Fachkräftemarkt vorausschauend zu reagieren.

Die IT-Fachkraft als unverzichtbarer Corona-Gewinner

Das Pandemie-Jahr 2020 neigt sich dem Ende entgegen. Aus Sicht der Fachkräftesucher scheint sich vor allem ein Gewinner hervorzuheben: Die IT-Fachkraft. Nie war es schwerer, offene IT-Stellen zu besetzen – und davon gab es zu Beginn des Jahres immerhin 124.000. Diesbezüglich verspricht das neue Jahr 2021 zunächst keine Verbesserung. Im Gegenteil: Erweisen sich die bereits anlaufenden Impfkampagnen als erfolgreich und treten nachhaltige Lockerungen für Wirtschaft und Gesellschaft in Kraft, so wird sich der „War for Talentsnoch verschärfen. Diese Entwicklung wird von drei weiteren Baustellen flankiert: Dem demografischen Wandel, unserer Innovationsfähigkeit und der Zuwanderung nach Deutschland, so Henrik Müller, Professor für wirtschaftspolitischen Journalismus an der TU Dortmund, gegenüber dem SPIEGEL. Im Konkreten bedeutet dies, dass die Anzahl der Beschäftigten und Immigranten stetig sinkt, wodurch uns eine Arbeitskräfteknappheit droht, welche die Entwicklungsmöglichkeiten Deutschlands fundamental ausbremsen würde. Was wir somit grundsätzlich brauchen, sind mehr Investitionen in plurale Bildungslösungen, um mehr Menschen aus- bzw. weiterzubilden und innovationsfähig zu bleiben. Auch müssen die Ursachen für den IT-Fachkräftemangel – fehlende Ausbildungsplätze und Studiengänge, hohe Abbrecherquoten etc. – systematischer angegangen werden.

IT Fachkräftemarkt 2021 Computerkurs an der Universität

Das erste Corona-Jahr hat uns gezeigt, dass die Digitalisierung uns alle betrifft. Die Chancen digitalen Arbeitens sind grundsätzlich vielseitig: Sie entlasten den Beschäftigten, steigern dessen Effizienz, schonen dabei die Umwelt und machen Unternehmen vor allem krisenresilienter. Wer die digitale Transformation verpasst hat, musste sich 2020 einer Zwangsdigitalisierung unterziehen. Auch nächstes Jahr wird sich dieser Trend fortsetzen. Der Strukturwandel wird weiterhin Arbeitsplätze wegrationalisieren und neue erschaffen. Doch im IT-Sektor werden diese immer schwieriger zu besetzen sein. Achim Berg, Präsident des Branchenverbands Bitkom, schlägt daher Alarm: Dass der IT-Nachwuchs fehle, sei ein riesiges Problem für die Gesamtwirtschaft. Lösungen sind nun gefordert – sowohl von der Politik als auch von der Wirtschaft. Beispielsweise könnten Unternehmen mit IT-Abteilungen zukünftig eigene IT-Fachkräfte ausbilden. Besonders wichtig ist es vor allem, mehr Frauen für IT-Jobs zu gewinnen. Dies ist auch das Ziel der Initiative#SheTransformsIT“, die auf dem diesjährigen „Digital-Gipfel“ der Bundesregierung startete. Denn mit einem Frauenanteil von 17 Prozent in der IT-Branche belegt die Bundesrepublik international einen vergleichsweise niedrigen Platz. Unsere weltweite Wettbewerbsfähigkeit hängt aber nachhaltig davon ab, ob wir es schaffen, diese und andere Potenziale für IT-Berufe zu begeistern.

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Warum wir mehr Verantwortung übernehmen und investieren sollten

China und die Vereinigten Staaten sind auf dem besten Weg, die Spielregeln des digitalen Miteinanders von morgen zu diktieren. Deutschland kann dieser Entwicklung durch hochqualifizierte Fachkräfte und Spitzentechnologien Einhalt gebieten. Damit dies auch weiterhin gelingt, müssen Fort- und Weiterbildungen noch stärker gefördert und noch mehr (junge) Menschen für IT-Berufe begeistert werden. Ein wichtiger Schritt dahin wäre die einheitliche Einführung von Informatik als Pflichtfach in den Schulen aller Bundesländer. Dabei sollten weniger Programmierkenntnisse als vielmehr die Vermittlung von digitalem Basiswissen im Vordergrund stehen. Dann werden weibliche Informatikerinnen auf lange Sicht vielleicht keine Minderheit mehr darstellen. Hierfür braucht es jedoch auch mehr weibliche Rollenvorbilder in der IT-Branche. Schließlich sind Koryphäen wie Bill Gates oder Mark Zuckerberg bekannter als beispielsweise Ada Lovelace, die erste Programmiererin der Welt. Um dem Engpass an IT-Fachkräften wirksam zu begegnen, müssen ferner auch Firmen Verantwortung übernehmen, indem sie unter anderem selbst Fort- bzw. Weiterbildungen durchführen oder diesbezüglich externe Ressourcen nutzen. Ebenso muss geprüft werden, ob und inwiefern IT-Begeisterte aus fachfremden Bereichen wie zum Beispiel der Landwirtschaft zu gewinnen sind.

In Krisenzeiten zahlt es sich aus, vorausschauend zu investieren – beispielsweise in digitale Lösungen. Diese versprechen auch im neuen Jahr „Schutz“ vor den Unwägbarkeiten des Lebens. Unternehmen sollten sich daher umgehend um qualifiziertes IT-Personal bemühen und nicht erst dann, wenn sich der „War for Talents“ am Ende der Pandemie womöglich noch weiter verschärft hat. Das gilt insbesondere für Branchen, die es jetzt schon schwer haben, mit großen Firmen zu konkurrieren. Für die Aus- oder Weiterbildung von IT-Fachkräften gibt es glücklicherweise zahlreiche externe Lösungen. Wir von SPECTRUM kümmern uns um beides: Die Qualifizierung von Nachwuchs-Fachkräften und Experten sowie die maßgeschneiderte Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter – und das auch remote. Unsere Experten bereiten Firmen und ihre Teams optimal auf die Anforderungen der digitalisierten Arbeitswelt von morgen vor. Mit uns stärken diese ihre Problemlösungskompetenz und ihr Vertrauen in die eigene Anpassungsfähigkeit. Denn was das neue Jahr 2021 auch bringen wird, es wird uns allen viel Unternehmergeist abverlangen. Wir müssen also bereit sein, stets Neues auszuprobieren – trotz oder gerade wegen der weiterhin epidemiologisch und politisch unsteten Lage.

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