Der IQ hat ausgedient – Hoch lebe der EQ

Jemand füllt mit blauem Stift in der Hand eine Aufgabe eines IQ-Tests aus

Der Intelligenzquotient (IQ) gilt schon lange als Maßzahl für die menschliche Intelligenz und die Intelligenz wiederum als wichtiges Auswahlkriterium, wenn Unternehmen auf der Suche nach neuen Mitarbeitern sind. Denn ein hoher IQ wird häufig mit höchst gefragten Fähigkeiten, wie etwa logischem und analytischem Denken, in direkten Zusammenhang gesetzt. So sind IQ-Tests auch heute noch ein wesentlicher Bestandteil vieler Assessment Center.

Hat der IQ ausgedient?

Doch warum soll der IQ nun ausgedient haben? Intelligente Menschen werden auch zukünftig auf dem Arbeitsmarkt gefragt sein. Immer mehr Arbeitgebern wird jedoch bewusst, dass in der heutigen Arbeitswelt logisches und analytisches Denken allein nicht mehr ausreicht. Gerade in Zeiten, in denen zahlreiche Arbeitsprozesse digitalisiert und automatisiert werden und zwischenmenschliche Kommunikation immer häufiger über digitale Plattformen stattfindet, haben immer mehr Menschen Probleme mit direkter zwischenmenschlicher Kommunikation. Aus diesem Grund bekommen soziale und empathische Fähigkeiten in der Arbeitswelt immer mehr Gewicht und erleben schon seit mehreren Jahren einen Aufschwung – hier kommt der EQ ins Spiel.

Zwei Kinderhände präsentieren mit nach oben gekehrten Handflächen die Buchstaben E und Q aus Moosgummi

Was ist der EQ?

EQ steht für „Emotionale Intelligenz“ und wird dem IQ durch die gewählte Abkürzung direkt gegenübergestellt. Zwar gibt es bereits Tests zur Erfassung der emotionalen Intelligenz, doch anders als beim IQ lässt sich der EQ nur schwer über eine einzelne Maßzahl abbilden.
Daniel Goleman, Psychologe und Forscher im Bereich der emotionalen Intelligenz, unterteilt diese in folgende Bestandteile:

1. Selbstwahrnehmung

Die Fähigkeit, die eigenen Gefühle, Stimmungen und Bedürfnisse erkennen, verstehen und akzeptieren zu können. Außerdem auch, die Wirkung des eigenen Handelns auf die Umwelt objektiv einschätzen zu können.

2. Selbstregulierung

Bedürfnisse, Gefühle und Stimmungen können der Situation angemessen ausgedrückt werden und ggf. einem höheren Ziel untergeordnet werden.

3. Soziale Kompetenz

Die Fähigkeit, nachhaltige Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen und ein eigenes Netzwerk zu entwickeln. Weiterhin auch, diese Beziehungen zu pflegen und das Netzwerk aufrecht zu erhalten.

Drei Geschäftsleute unterhalten sich in einem Raum mit weiteren Personen freundlich

4. Empathie

Emotionale Befindlichkeiten anderer wahrnehmen und passend darauf reagieren können. Beispielsweise auch unausgesprochene Anliegen von Kollegen oder Kunden erkennen können, um dadurch Konflikte frühzeitig zu identifizieren und verhindern bzw. beheben zu können.

5. Motivation

Andere und sich selbst für konkrete Aufgaben begeistern können. Die Fähigkeit, durch die Kenntnis der eigenen Persönlichkeit und der Persönlichkeit anderer, erfolgreiche Motivationsanreize zu schaffen.

Emotionale Intelligenz fördern

Ob die Emotionale Intelligenz durch unsere Veranlagung determiniert ist oder ob sie erlernbar ist, darüber streiten Experten bis heute. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen, denn tatsächlich ist es möglich, die emotionale Intelligenz durch folgende Maßnahmen zu fördern und in gewissem Maße zu erhöhen.

Vier Schulungsteilnehmer sitzen im Stuhlkreis und hören einem der Teilnehmer betroffen zu

    • Achtsamkeit erhöhen

Achtsamkeit ist in diesem Kontext definiert als die intensiv auf die Gegenwart gerichtete Aufmerksamkeit. Je aufmerksamer man sich durch seine Umwelt bewegt, desto mehr kann man über den eigenen und den Zustand seiner Mitmenschen erfahren und dadurch emotional intelligenter mit der jeweiligen Situation umgehen. Mehr zum Thema Achtsamkeit in unserem Beitrag Achtsamkeit – neumodischer Quatsch oder hilft das wirklich?

    • Selbstdialog führen

Bei einem Selbstdialog werden die Gedanken und Gefühle, die einen beschäftigen, in Worte gefasst und sortiert. Dieser Prozess nutz dabei den Umstand aus, dass Menschen Ausgesprochenes kognitiv und emotional besser verarbeiten können als Gedachtes. Der Selbstdialog dient als Ventil für Wut, Trauer und Angst und kann zu einem ausgeglicheneren Gemütszustand und erhöhter emotionaler Sensibilität führen.

Junge Schulungsteilnehmer schreiben eine Prüfung im Klassenzimmer

    • Gefühle Akzeptieren

Viele Menschen ignorieren ihre Emotionen völlig oder sind zumindest äußerst bestrebt, sich so wenig wie möglich mit der eigenen Gefühlswelt auseinander zu setzen. Dies führt zwangsläufig dazu, dass auch keine emotionale Intelligenz entstehen kann, denn Grundvoraussetzung für einen ausgeprägten EQ ist die Akzeptanz und die bewusste Verarbeitung der eigenen Emotionen.

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Fazit

Das Erfolgsgeheimnis erfolgreicher Mitarbeiter und Führungskräfte beruht nicht allein auf ihrer Fachkompetenz. Häufig verfügen sie vor allem auch über eine hohe emotionale Intelligenz. Den Fokus in puncto Mitarbeiterweiterbildung und -schulung verstärkt auf den Bereich Soft Skills und das Fördern des EQ zu legen, lohnt sich langfristig also für jedes Unternehmen.

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