Deepfakes sind da! Was können wir heute noch glauben?

Fake/Fact Würfel aus Holz und eine Hand die sie gerade dreht.

Mitte dieses Jahres wurde ein Video auf Instagram veröffentlicht, in dem Mark Zuckerberg eine eher ungewöhnliche, gar unheimliche Rede hielt. Er sprach unter anderem davon wie mächtig Facebook durch den Besitz von Millionen persönlicher Nutzerdaten geworden ist und wie er diese Macht einsetzen möchte, um die Zukunft nach seinem Belieben zu beeinflussen …
… dieses sehr realistische Video war eine Fälschung, die mit der sogenannten Deepfake-Technologie erstellt wurde.

Was sind Deepfakes?

Der Begriff „Deepfakes“ beschreibt Fotos, Videos und/oder Tonspuren, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz so verändert werden, dass man eine Person tun oder sagen lassen kann, was man möchte. In Wirklichkeit wurde dies jedoch nie getan oder gesagt.

Im Fall von Mark Zuckerberg diente beispielsweise ein Video aus dem Jahr 2017 als Vorlage, bei dem es um ein ganz anderes Thema ging. Die Lippenbewegungen und die Tonspur wurden so verändert, dass daraus am Ende der unheimliche Fake entstand. Neben Mark Zuckerberg sind auch Barack Obama, Donald Trump und viele weitere Persönlichkeiten bereits Opfer ähnlicher Fälschungen geworden.

Die Technologie, die dahintersteckt, ist nicht neu und wird schon seit Jahren in Hollywood-Produktionen eingesetzt. Neu ist, dass KI-Software immer günstiger und anwendungsfreundlicher wird und dadurch immer mehr Menschen die Möglichkeit haben, diese Technologien zu nutzen und damit relativ einfach Deepfakes zu erstellen.

Überraschte Frau am Tablet sieht sich gerade einen Deepfake an.

Gefahren durch Deepfakes

Deepfakes bergen ein sehr reales Schadenspotenzial für einzelne Personen, Personengruppen und sogar für ganze Demokratien. Die Technologie wird in ihren Anwendungsmöglichkeiten immer vielfältiger. Bereits heute lassen sich schon ganze Körper mittels Deepfake verfälschen oder Objekte in Videos in Echtzeit verändern. Gerade in politisch angespannten Zeiten könnten provokante Deepfakes, die zu spät als solche erkannt werden, fatale Folgen haben.

Man stelle sich nur mal vor, jemand verändert mit böswilliger Absicht Videos politischer Persönlichkeiten und lässt sie gezielt Dinge sagen, die die politische Gegenseite provoziert …

Wie kann man Deepfakes entlarven?

Die ultimative Allzweckwaffe gegen Deepfakes gibt es aktuell nicht. Es existieren aber verschiede technische Ansätze, die beim Entlarven von Deepfakes unterstützen sollen. So ist es beispielsweise auf der Ebene des Videosignals möglich, Fakes anhand ungewöhnlicher Muster innerhalb der Videokompression zu erkennen.

Desweiteren gibt es auf inhaltlicher Ebene Möglichkeiten Deepfakes kenntlich zu machen. So kann man beispielsweise nach unnatürlichen Blinzelmustern oder Kopfbewegungen suchen oder das Licht-/Schattenverhältnis und die Hautfarbe der Person genauer unter die Lupe nehmen. Wurde nachträglich etwas verändert (z.B. Lippenbewegungen) fällt das durch Unregelmäßigkeiten auf.

Brozene Justicia auf weißem Grund.

Bewusstsein schärfen

Ein weiterer, neben den technischen Ansätzen, womöglich weitaus wichtigerer Ansatz im Kampf gegen Deepfakes ist die Förderung eines kritischen Bewusstseins für dieses Thema in der Gesellschaft. Denn nur wenn man sich bewusst ist, welche Manipulationen technisch möglich sind, ist man auch in der Lage die Dinge zu hinterfragen und Verfälschungen zu erkennen bevor sie Schaden anrichten können.

Eine von Experten mit am meisten geforderte Maßnahme, um dieses kritische Bewusstsein zu fördern, ist die flächendeckende Einführung des Schulfachs Medienkompetenz. Denn gerade die bei Kindern und Jugendlichen beliebten Social Media Netzwerke tragen regelmäßig dazu bei, dass sich Deepfakes und andere Falschmeldungen rasant und unkontrolliert im Netz verbreiten.

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Fazit

Die Geschwindigkeit, mit der neue Technologien immer weiter in unseren Alltag vordringen, ist rasant. Mechanismen, ob aus technischer Sicht oder in Form gesetzlicher Rahmenbedingungen, die uns vor den Gefahren dieser neuen Technologien schützen sollen, kommen da nur schleppend hinterher.

Deshalb ist es besonders wichtig, dass jeder einzelne die Dinge, die uns im Netz präsentiert werden, aktiv hinterfragt und selbst recherchiert, statt sie blind zu glauben und zu teilen. So können wir die Weiterverbreitung von Falschmeldungen und damit den potenziellen Schaden für unsere Gesellschaft eindämmen.

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