Das Empfehlungsschreiben in Deiner Bewerbung

Fünf Arbeitskollegen halten den Daumen nach oben

Während es in Südeuropa und Amerika üblich ist, den Bewerbungsunterlagen ein Empfehlungsschreiben hinzuzufügen, trifft man dieses Dokument in Deutschland eher selten an. Doch auch hierzulande werden sie in manchen Fällen gefordert und ergänzen immer häufiger die klassischen Bewerbungsunterlagen. Was ein Empfehlungsschreiben ist, woher Du es bekommst und wie es aufgebaut sein sollte, erfährst Du in diesem Beitrag.

Was ist ein Empfehlungsschreiben?

Ein Empfehlungsschreiben ist eine Bescheinigung, die von einer Dir übergeordneten Person, wie zum Beispiel einem Lehrer, Mentor, Professor oder Arbeitgeber ausgestellt wird. Der Verfasser des Empfehlungsschreibens gibt in diesem Dokument seine persönliche Einschätzung über Dich ab. Ziel ist es, Dich für ein bestimmtes Praktikum, Studium oder einen Arbeitgeber zu empfehlen. Dabei liegt der Fokus primär auf Deinen Charakterzügen und positiven Eigenschaften. Deine fachlichen Fähigkeiten sind hier wenig bis gar nicht relevant.

Das Empfehlungsschreiben sollte maximal eine DIN A4 Seite lang sein, vom Empfehlungsschreiber in Ich-Form ausgestellt werden und sich an einen konkreten Empfänger richten. Innerhalb Deiner Bewerbungsunterlagen wird das Empfehlungsschreiben idealerweise nach dem Anschreiben und dem Lebenslauf in den Anhang eingeordnet, d.h. bei den Arbeitszeugnissen und allen anderen Nachweisen.

Professorin unterschreibt ein Empfehlungsschreiben

Empfehlungsschreiben oder Referenzschreiben?

Neben dem Empfehlungsschreiben hast Du vielleicht bereits vom sogenannten Referenzschreiben gehört. Das Referenzschreiben ist dem Empfehlungsschreiben zwar sehr ähnlich, wird aber in der Regel in einem anderen Kontext verwendet.

Da Unternehmen und Freiberufler kein Arbeitszeugnis für ihre Leistungen erhalten, nutzen diese häufig Referenzschreiben, um gute Leistungen zu dokumentieren und eine vorzeigbare Beurteilung zu erhalten. Referenzschreiben sind eher allgemein gehalten und können von ehemaligen Arbeitgebern, Geschäftspartnern oder Kunden stammen.

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Von wem bekomme ich ein Empfehlungsschreiben?

Theoretisch Kannst Du Dir von jedem ein Empfehlungsschreiben ausstellen lassen. Sinnvoll ist es jedoch, Dir Deinen Empfehlungsschreiber gut auszuwählen, da die Gewichtung der Empfehlung stark von dessen Stellung abhängt. Einer Empfehlung von Deinen Eltern, Großeltern oder Deinem besten Freund mangelt es an Objektivität und Professionalität und ist daher nicht zu empfehlen.

Dein Empfehlungsschreiber sollte Dich gut kennen und durch seinen Namen, seinen Beruf, seine Expertise und ähnliches ein positives Ansehen und eine professionelle Reputation besitzen.

Mitarbeiter unterhält sich mit seinem erfahrenen Vorgesetzten

Geeignete Personen sind zum Beispiel:

    • Trainer/Mentoren/Betreuer

Bist Du ehrenamtlich tätig oder engagierst Dich in einem Verein, kannst Du die dortigen Verantwortlichen um eine Empfehlung bitten. Ein Empfehlungsschreiben dieser Personen bietet sich vor allem an, wenn Du noch wenig bis gar keine Berufserfahrung hast.

    • Lehrer/Professoren

Professoren und Lehrer haben im Rahmen eines professionellen Umfeldes mit Dir zu tun gehabt und verfügen meistens über einen positiven Gesamtstatus. Achte hier darauf, Vorlesungen oder Seminare des betreffenden Empfehlungsgebers besucht zu haben oder wähle beispielsweise den Betreuer Deiner Abschlussarbeit.

    • Ehemaliger Arbeitgeber

Auch Deinen Arbeitgeber kannst Du um eine persönliche Stellungnahme zu Deiner Person bitten. Doch beachte, dass er dazu (anders als beim Arbeitszeugnis) nicht verpflichtet ist.

Professorin bei der Vorlesung mit Tablet

Was muss rein ins Empfehlungsschreiben?

Bezüglich des Inhalts und der Struktur orientiert sich ein Empfehlungsschreiben stark am klassischen Anschreiben. Meist ist es wie folgt aufgebaut:

  1. Briefkopf des Empfehlungsgebers
  2. Telefonnummer für Rückfragen
  3. Datum
  4. Name und Anschrift des Adressaten (Wen willst Du mit der Empfehlung überzeugen?)
  5. Betreff mit namentlicher Nennung des Bewerbers
  6. Kurze Selbstvorstellung des Empfehlungsgebers
  7. Grund für die Ausstellung bzw. Empfehlung
  8. Beschreibung des Unternehmens und der konkreten Aufgaben des Bewerbers
  9. Bewertung der Leistungen des Bewerbers (qualitativ)
  10. Nennung besonderer Erfolge (falls vorhanden)
  11. Subjektive Bewertung der Persönlichkeit des Bewerbers
  12. Wunsch für die Zukunft
  13. Datum, Unterschrift

SPECTRUM Insight Empfehlungsschreiben sind eine willkommene Abwechslung für uns, aber absolut kein Muss. Solltest Du Deinen Unterlagen kein Empfehlungsschreiben hinzufügen, ist das vollkommen in Ordnung. Wir freuen uns trotzdem auf Deine Bewerbung!
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