Das 3-Konten-Modell ­– Effektives Sparen auch mit Studentengehalt

Ein Sparschwein mit Dollarscheinen und Kupfermünzen.

Wer kennt das nicht: Auf dem Konto herrscht bereits Ebbe und die Flut, d.h. der monatliche Geldeingang, befindet sich noch in weiter Ferne. Besonders während des Studiums hast Du in aller Regel nur wenig Geld zur Verfügung, um Deine Fixkosten zu decken und Deinen Alltag zu meistern. Wenn nun zusätzlich noch etwas für den Jahresurlaub oder andere unregelmäßige Freizeitaktivitäten übrigbleiben soll, kann es ganz schnell eng werden. Angesichts dieser finanziellen Voraussetzungen könnte man meinen, dass sparen als Studierender nur möglich ist, wenn man auf jeden Spaß verzichtet und sich nur von Tütensuppen ernährt. Doch weit gefehlt!

In diesem Beitrag zeigen wir Dir, wie Du mit Hilfe des 3-Konten-Modells auch mit kleinem Einkommen effektiv Geld sparen kannst, ohne finanziell in die Bredouille zu kommen oder komplett auf jeden Spaß verzichten zu müssen.

Dass in diesem Beitrag vorgestellte Sparmodell orientiert sich am Kontenmodell des Finanzexperten Bodo Schäfer.

3-Konten-Modell – Was ist das?

Wie es der Name schon vermuten lässt, basiert dieses Sparmodell auf 3 unterschiedlichen Konten. Diese 3 Konten sollen dazu dienen, Deine monatlichen Einkünfte und Ausgaben zu strukturieren und ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Sparen und Konsum herzustellen. Im Wesentlichen besteht das 3-Konten-Modell aus den folgenden Konten:

Das Konsumkonto

Das Konsumkonto ist sozusagen Dein Hauptkonto. In der Regel nutzt Du dafür einfach Dein Girokonto. Auf dieses Konto wird Dein Einkommen (Gehalt, BAföG, Taschengeld, etc.) eingezahlt.

Auf der anderen Seite gehen von diesem Konto auch Deine Fix- und Konsumkosten ab (Miete, Semesterticket, Lebensmittel, Kleidung, etc.).

Ein Stapel EC- und Kreditkarten in verschiedenen Farben.

Das Vermögenskonto (Sparkonto)

Das Vermögenskonto ist das eigentliche Sparkonto. Es dient Dir zum langfristigen Vermögensaufbau bzw. als Depot für Deine langfristigen Sparziele.

Das Spaßkonto

Das Geld, das Du auf Deinem Spaßkonto hast, ist für alle Ausgaben gedacht, die nicht zu Deinen Fix- und Konsumkosten zählen. Also alle Dinge, die Spaß machen, die Du aber nicht unbedingt zum Überleben brauchst.

In der Praxis sieht das Modell vor, dass der Teil Deines Einkommens der nach Abzug Deiner Fix- und Konsumkosten übrigbleibt, zum einen auf das Vermögenskonto und zum anderen auf das Spaßkonto fließt. Mehr im Step-by-Step Guide.

Vorteile des Modells

Der wohl größte Vorteil des 3-Konten-Modells ist die einfache Umsetzbarkeit. Zahlreiche Banken bieten zusätzlich zum Hauptkonto kostenlose Unterkonten (oftmals Tagesgeldkonten) an, die man dann als Vermögenskonto nutzen kann. Mit einem einmal eingerichteten Dauerauftrag kann man das Sparen automatisieren und muss sich quasi nicht mehr darum kümmern.

Diese Automatisierung führt uns direkt zum nächsten Vorteil des 3-Konten-Modells: die effiziente Ressourcennutzung. Da Du durch die eingerichteten Daueraufträge nur das auf Deinem Fix- und Konsumkonto hast, was Du auch wirklich brauchst, kommst Du weniger in Versuchung, verschwenderische Ausgaben zu tätigen.

Ein Kunde der an einem NFC-Termminal mit seinem Smartphone bezahlt.NFC Terminal

3-Konten-Modell – Step by Step

1. Einkünfte und Fixkosten

Im ersten Schritt solltest Du Dir einen Überblick über Deine monatlichen Einkünfte und Fixkosten verschaffen.

2. Konsumkosten

Also nächstes berechnest Du eine monatlichen Konsumkostenpauschale. Also die Summe, die Du jeden Monat für Nahrungsmittel, Benzin, Kleidung und ähnliches ausgibst.

3. Überschuss berechnen

Deinen Überschuss berechnest Du mit folgender simpler Formel:

Einkünfte – (Fixkosten + Konsumkosten) = Überschuss

Dabei gilt:

Fixkosten + Konsumkosten < 70% der Einkünfte

Das bedeutet, dass Du im Idealfall einen monatlichen Überschuss von mindestens 30% zur Verfügung hast, mit dem Du dann Deine Sparpläne verwirklichen kannst

4. Konten und Daueraufträge einrichten

Richte Dir bei Deiner Hausbank oder einer anderen Bank zwei kostenlose Konten ein: ein Tagesgeldkonto und ein zweites Girokonto. Das eine Konto dient dann dem Vermögensaufbau und das andere ist Dein Spaßkonto.

SPECTRUM Tipp: Das Spaßkonto sollte unbedingt ein Girokonto und kein Tagesgeldkonto sein. Denn Deine „normale“ EC-Karte fasst Du ab sofort nie wieder für spaßige Ausgaben an. Sie kommt nur für Fix- und Konsumausgaben zum Einsatz – selbst wenn das Spaßkonto einmal leer sein sollte und die Versuchung groß ist.

Zu guter Letzt richtest Du zwei Daueraufträge ein, dabei gehen von Deinen 30% Überschuss jeden Monat 2/3 auf Dein Vermögenskonto (Tagesgeldkonto) und 1/3 auf Dein Spaßkonto (zweites Girokonto).

Drei mit Münzen und Scheinen gefüllte Geldgläser.

5. Überblick behalten und anpassen

Obwohl ab jetzt alles automatisch läuft, solltest Du Deinen Geldfluss regelmäßig überprüfen und Deine Sparraten gegebenenfalls anpassen oder Teile Deines angesparten Geldes für den weiterführenden Vermögensaufbau nutzen (ETFs, Aktien, Immobilien etc.).

SPECTRUM Insight: Die Idee zu diesem coolen Sparbeitrag lieferte uns unser Vorstand Thomas Gebhardt im letzten SPECTRUM EveningCamp. In diesem abendlichen Seminar erhalten alle unsere interessierten Mitarbeiter einmal im Monat hilfreiche Lebenstipps wie diese.

Fazit

Das 3-Konten-Modell kann das Management der eigenen Finanzen und das Sparen spürbar vereinfachen.

Die Angaben zur Höhe des Mindestüberschusses und zum Verteilungsschlüssel auf die beiden Unterkonten in diesem Beitrag beruhen auf Zahlen, die sich in der Vergangenheit bewährt haben, passen aber vielleicht nicht zu jeder Lebenssituation. Wieviel Du letztendlich sparen möchtest und wie Du Deine Sparsumme verteilst, solltest Du immer Deiner aktuellen Situation anpassen. Probiere es einfach mal aus!

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