Collapse OS: Ein Betriebssystem für die Zeit nach dem Weltuntergang

Ein zerstörter Straßenzug nach einem apokalyptischen Ereignis.

Klingt seltsam? Ist es irgendwie auch! Der Kanadier Virgil Dupras hat das Betriebssystem Collapse OS für den Fall einer Apokalypse entwickelt. Es soll auch nach dem Weltuntergang funktionieren und den Überlebenden zur Herstellung komplexer Technik zur Verfügung stehen.

Die Vorbereitung

Wer den Weltuntergang verschulden wird ist noch unklar: Die Menschheit? Ein unvorhergesehenes Ereignis? So einige Maßnahmen wurden bereits umgesetzt, um das Leben nach dem Untergang zu sichern: sei es ein Saatgut-Tresor oder der Bau und die Vermietung von unterirdischen Wohnungen in Schutzbunkern. Da ist ein Betriebssystem nur ein weiterer logischer Schritt, denn unsere Smartphones & Co. werden nach einem derartigen Ereignis unbrauchbar sein.

Ist Collapse OS genau das, was wir brauchen, um in einer zerstörten Welt zurecht zu kommen? Das mag fraglich sein, doch Fakt ist, dass dieses Open-Source-Betriebssystem als freies Projekt tatsächlich auf der Entwickler-Plattform GitHub zu finden ist. Interessierte können es dort herunterladen und bei der weiteren Programmierung unterstützen, denn fertig ist es noch nicht. Allerdings werden nicht sehr viele Menschen dem geforderten Anforderungsprofil gerecht werden, denn es wird ein sehr gutes Elektronik-Knowhow und Z80-Wissen benötigt. Zudem wird der feste Glaube an eine Apokalypse vorausgesetzt.

Programmierer entwickeln gemeinsam Collapse OS.
Folgendes wurde bereits realisiert:

  • Collapse OS kann sich selbst reproduzieren (wenn ausreichend RAM und Speicherplatz zur Verfügung steht)
  • Das System läuft auf einfachen Hardware-Systemen: Dem RC2014 (einfacher 8-Bit Z80-CPU Computer), dem Sega Master System (8-Bit Spielekonsole) und dem Mega Drive (16-Bit Spielekonsole) inklusive grafischer Ausgabe
  • Ein Gamepad und eine Tastatur lassen sich über einen PS/2-Anschluss verbinden
  • Enthalten ist ein Texteditor (ähnlich Unix-Editor)
  • Es beinhaltet einen Compiler, der Assembler-Sourcen für eine Menge Technik (Controller, Prozessoren) auswerfen kann
  • Es ist kompatibel mit SD-Karten
  • Es ist sehr kompakt und flexibel, da der Kernel (Unix-basiert für Z80-Prozessoren) aus vielen lose zusammenhängenden Modulen besteht, die sich schnell an die verwendete Hardware anpassen lassen

Die Zielsetzung für Collapse OS

Dupras‘ Beweggrund für diese Softwareentwicklung ist seine Befürchtung, dass unsere globale Wirtschaft und ihre Lieferketten bis 2030 zusammenbrechen werden und moderne elektronische Geräte nicht mehr produziert werden können. Wer dann auf ein System zurückgreifen kann, das auf weitverbreiteter, einfacher Hardware läuft, wird im Vorteil sein. Im Klartext heißt das: Resteverwertung. Wer in den Überresten unserer zerstörten Welt alte, noch vorhandene Technik (Z80 8-Bit-Mikroprozessoren, die in den 1970ern entwickelt wurden) sammelt, wird sie mithilfe von Collapse OS umprogrammieren können. Obwohl heutzutage eher 16- und 32-Bit-Bauteile verwendet werden, sind sie noch in einigen Geräten verbaut. Dazu gehören z.B. Desktop-PCs, Fernseher, Kassen, Musikinstrumente, Spielekonsolen oder Taschenrechner. Die Chancen, derartige Geräte zu finden, stehen im Ernstfall also recht gut.

Alte Computer und andere elektronische Kleinteile.

Funktionieren soll das ganz ohne externe Ressourcen wie das Internet oder eine Anleitung. Ziel ist, dass jeder eigenständig in der Lage ist, das System auf selbst neu zusammengebauten, improvisierten Rechnern zu installieren und auszuführen.

SPECTRUM Tipp: Überfordert Dich schon allein die Vorstellung, solltest Du hoffen, dass ein paar begabte IT’ler den Weltuntergang überleben und in Deiner Nähe verfügbar sind. Oder Du bereitest Dich vor und durchläufst vorher unser Traineeprogramm. Jetzt bewerben und zum IT-Experten werden!

Fazit

Niemand weiß, ob und wann das Ereignis einer Apokalypse uns irgendwann einmal heimsuchen wird und welche Mittel uns dann noch zur Verfügung stehen werden. Man mag darüber denken was man möchte, aber Virgil Dupras scheint es ernst zu meinen. Daumen hoch für diese Kreativität! Auch wenn wir hoffen, dass es nie zu einer solchen Katastrophe kommen wird und wir dieses abgefahrene Betriebssystem niemals benötigen werden.

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