BAföG-Erhöhung 2021: Alle Änderungen auf einen Blick

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Wuerfel mit Schriftzug BAfoeG auf mehreren Muenzenhaufen

Was hat sich an der staatlichen Unterstützung für Studierende in den letzten zwei Jahren verändert? Wir geben einen Überblick zu den aktuellen Änderungen. Das BAföG stellt seit rund 50 Jahren eine finanzielle Unterstützung des Staates dar, welche jungen Menschen mit geringem Einkommen während des Studiums helfen soll, dieses zu finanzieren. Zunächst ein kleiner Überblick zum Thema BAföG.

Welche Aufgabe hat das BAföG und wer wird eigentlich gefördert?

Ziel des BAföG ist es, allen jungen Menschen, unabhängig von ihrer sozialen und wirtschaftlichen Ausgangssituation, eine Ausbildung zu ermöglichen, welche ihren Interessen und Fähigkeiten entspricht. Es gibt jedoch einige Fragen, welche vor der Antragsstellung geklärt werden müssen:

  • Ist die gewählte Ausbildung förderungsfähig?
  • Erfüllt die Antragstellerin oder der Antragsteller die persönlichen Förderungsvoraussetzungen?
  • Ist der Ausbildungsbedarf nicht durch eigenes Einkommen und Vermögen sowie durch das Einkommen von Ehegatten, eingetragenen Lebenspartnern oder Eltern gedeckt?

Weitere Faktoren stellen auch die persönlichen Voraussetzungen dar. Hierfür relevant sind die Staatsangehörigkeit oder der aufenthaltsrechtliche Status, das Alter und auch die Eignung für die gewünschte Ausbildung. Genaue Informationen, welche Personen Anspruch auf BAföG haben, sind auf der BAföG-Website zu finden.

Somit hängt es von vielen Faktoren ab, ob der jeweilige Student oder Schüler BAföG erhalten kann und wie hoch die monatliche Förderung dann anschließend ausfällt. Hier liegt auch oft die Krux des BAföG. Viele unangenehme Anträge, Fragen und Einsichten in das eigene Leben sind notwendig, um eine Förderung zu erhalten. Weitere Tipps und Tricks zum Thema BAföG findest Du in diesem Beitrag.

Dennoch haben seit der BAföG-Reform im Jahr 2019 nun noch mehr Menschen Anspruch auf die Fördermittel. Doch stellt sich hier schnell die Frage, ob die Anzahl der BAföG-Empfänger auch wirklich jährlich steigt, oder ob es bereits jetzt zu viele Stolpersteine gibt.

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Alle Änderungen auf einen Blick: BAföG 2021

Seit 2019 wurde das BAföG immer wieder stufenweise in Bezug auf entsprechende Förderhöchstsätze, Vermögensfreibeträge, Einkommensfreibeträge der Eltern, Wohnungszuschläge und Rückzahlungen angepasst.

Die wichtigsten Änderungen seit 2019 auf einen Blick:

  • Der Förderhöchstsatz: 
    Der Förderhöchstsatz für das BAföG wurde seit 2019 in 2 Stufen von 735€ auf 861€ monatlich erhöht.

  • Die Einkommensfreibeträge der Eltern: 
    Erhöhung der Einkommensfreibeträge der Eltern in 3 Stufen.
    Im Jahr 2019 um 7%, im Herbst 2020 um 3% und im Herbst 2021 um weitere 6%.


  • Der Kinderbetreuungszuschlag:
    Zusätzlich zum üblichen BAföG-Bedarf erhalten Studierende pro Kind unter 14 Jahren einen Kinderbetreuungszuschlag von 150 € monatlich.

  • Das eigene Vermögen (Vermögensfreibeträge): 
    Die Vermögensfreibeträge wurden in 2 Stufen von 7.500€ auf 8.200€ erhöht.

  • Der Wohnzuschlag: 
    Erhöhung des Wohnzuschlags um 30% von 250€ auf 325€ (wenn Studierende nicht mehr bei den Eltern wohnen).

  • Die Rückzahlung: 
    Die monatliche Rate wurde von 105€ auf 130€ erhöht (jedoch begrenzt auf maximal 77 Monate).

  • Die Restschulden Erlassung: 
    Die Restschulden werden nun nach 20 Jahren erlassen, wenn die Rückzahlung nachweislich aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage nicht möglich war.

Die in Stufen geplanten Änderungen stellen sich zunächst fast durchweg positiv dar. Lediglich die Rückzahlung wurde erhöht. Im Gegenzug gibt es hier aber eine Anpassung der Erlassung von Restschulden.

Nahaufnahme Uhr mit miniatur Personen auf Uhrzeigern

50 Jahre Bafög: Was hat sich geändert?

Das Bafög wurde bereits im Jahr 1971 eingeführt. Zu dieser Zeit konnten noch fast die Hälfte (47 %) der Studierenden BAföG beziehen. Dies hat sich über die Zeit drastisch geändert und mittlerweile erhalten nur noch 11 % der Studierenden die benötigte Förderung. Die Anzahl der Studierenden ist stark angestiegen, doch die Anzahl der BAföG-Empfänger blieb über die Jahrzehnte fast konstant. So beschreibt auch die Tagesschau die Entwicklung des BAföG zum Teil kritisch. Die Antragsstellung ist zu zeitintensiv und kompliziert. Zusätzlich gibt es Faktoren, die zu Skepsis führen, wie bspw. die Angst vor Schulden oder lediglich eine Teilförderung zu erhalten. 

Fazit

Die BAföG-Änderungen 2021 stellen für viele Studierenden eine positive Nachricht dar, jedoch gibt es auch negative Aspekte, die beachtet werden müssen. Die Anzahl der BAföG-Empfänger stellt sich über die Jahre eher unverändert dar. Wie auch die Tagesschau deutlich aufzeigt, klafft die Anzahl der Studierenden und der BAföG-Empfänger weit auseinander. Dies ist unter anderem dem schwierigen Antragsprozess und dem zum Teil gering ausfallenden Beitrag geschuldet. Dennoch stellt das BAföG eine staatliche Förderung dar, welche von vielen Studierenden in Betracht gezogen werden sollte. Probiere es aus und beantrage BAföG! Vielleicht erhältst auch Du mehr Geld.

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