Auswendiglernen – 6 Tipps, die Dich zum Lernprofi machen

Ein Stapel von drei offenen Lehrbüchern auf einem weißen Tisch.

Obwohl sich stumpfes Auswendiglernen eher nicht für den nachhaltigen Wissensaufbau eignet, bleibt vielen Studierenden angesichts der Berge an Lernstoff und der vorbeirasenden Zeit nichts anderes übrig, als doch darauf zurückzugreifen.

Während die Klausuren immer näher rücken, häufen sich die Vorlesungsskripte auf dem heimischen Schreibtisch. Wie soll man das alles in den Kopf bekommen? Keine Panik, die folgenden Methoden helfen dabei, Dir das nötige Klausurwissen einzuprägen.

1. Fang früh an

Diesen Tipp kennst Du bestimmt noch aus Deiner Schulzeit. Obwohl Du ihn sicherlich ungern hörst, ist er auch im Studium ein elementarer Faktor für Deinen Lernerfolg.

Dein Gehirn kann Informationen besser aufnehmen und verarbeiten, je öfter es mit diesen Informationen konfrontiert wird. Je häufiger Du also den Lernstoff wiederholst, desto besser kann Dein Gehirn das Gelernte abspeichern und bei der Klausur wieder abrufen. Daher gilt:
Früh anfangen = Mehr Zeit = Mehr Wiederholungen = Besseres Abspeichern = Besserer Lernerfolg!

2. Strukturiere Deinen Lernstoff

Da man bei der Fülle an Lernstoff, der sich über das Semester ansammelt, schnell mal den Überblick verlieren kann, ist es besonders wichtig, die klausurrelevanten Informationen sinnvoll zu strukturieren.

Ordne den Klausurstoff nach Themen und Kategorien und füge, falls nötig, noch Unterkategorien hinzu. Komprimiere die geordneten Informationen anschließend durch Streichen unwichtiger Passagen, sodass am Ende nur noch die Basisinformationen vorhanden sind, die Du wirklich benötigst.

Eine Studentin visualisiert ihren Lernstoff indem sie eine Mindmap auf eine durchsichtige Glastafel zeichnet.

Das Strukturieren und Komprimieren Deines Lernstoffs ist ein fortlaufender Prozess, den Du während der Lernphase regelmäßig wiederholen solltest. So behältst Du den Überblick und erzielst den besten Lernfortschritt.

Ausführlichere Tipps zur Strukturierung Deiner Lernphase findest Du außerdem in unserem Beitrag „Die Prüfungsphase ohne Lernstress überstehen – mit einem Lernplan“.

3. Zerlege die Informationen

Studien haben gezeigt, dass das Gehirn Schwierigkeiten hat sich viele Informationen auf einmal einzuprägen. Ziffern- oder Buchstabenfolgen mit bis zu 7 Stellen können wir uns meist noch recht gut merken, alles darüber überfordert unsere „grauen Zellen“.

Diktiert Dir beispielsweise jemand die Telefonnummer 00497117819420 am Stück und ohne Pause, fällt es Dir vermutlich deutlich schwieriger die Nummer im Kopf zu behalten und aufzuschreiben, als wenn Dir zuerst die 0049711, dann die 7819 und zum Schluss die 9420 diktiert wird.

Dieses Beispiel zeigt sehr gut, dass es wichtig ist, den Lernstoff in kleine Informationspakete zu zerlegen. So fällt Dir das Lernen leichter, Deine Lernmotivation steigt und beides zusammen wirkt sich positiv auf Deinen Lernerfolg aus.

4. Sprich verschiedene Sinne an

Stumm am Schreibtisch sitzend, während der Lernstoff im inneren Monolog immer und immer wieder heruntergebetet wird – so oder so ähnlich kann man es bei vielen Studierenden beobachten, wenn sie etwas auswendig lernen. Dabei lohnt es sich mehrere Sinne beim Auswendiglernen anzusprechen.

Eine junge Studentin beim Lernen an ihrem Schreibtisch. Sie schreibt, während sie in einem offenen Buch liest.

Sprich den Lernstoff laut aus (auditiv), zeichne ein Diagramm (visuell) oder arbeite mit dreidimensionalen Modellen (taktil), um verschiedene Sinnesebenen anzusprechen und so die Informationen schneller und nachhaltiger zu verinnerlichen. Teste während des Lernens ruhig verschiedene Sinnesebenen aus, um herauszufinden mit welchen Sinnen Du am effektivsten lernst.

5. Beachte den Kontext

Dein Gehirn kann Informationen besser abrufen, wenn das Lernen und das Abrufen der Information im selben Kontext stattfinden. Das bedeutet, dass Du den in Hörsaal XY gelernten Vorlesungsstoff auch im Hörsaal XY am besten abrufen kannst.

Neben dem räumlichen Faktor spielen natürlich viele weitere Faktoren, wie z.B. Sinneseindrücke (Geschmäcker, Gerüche, etc.), die Temperatur (Wetter) oder auch Deine aktuelle Stimmung für den sogenannten Kontext-Effekt eine Rolle. Jetzt denkst Du Dir vermutlich: Den gespeicherten Kontext kann ich doch niemals 1:1 beim Abrufen nachbilden. Richtig! Du kannst jedoch versuchen, so nah wie möglich an die Ursprungssituation heranzukommen. Hier unser Tipp: Je stärker Dein Lernort dem späteren Prüfungsort ähnelt, desto besser. Setz Dich, wenn möglich, tatsächlich in den Prüfungssaal, um zu lernen und esse und trinke bei der Prüfung das Gleiche, das Du auch beim Lernen zu Dir genommen hast. So kannst Du Dir den Kontext-Effekt so gut wie möglich zu Nutze machen.

Studentengruppe lernt und diskutiert zusammen in der Universität.

6. Teste Deinen Erfolg

Wie in Punkt eins bereits angesprochen, wirkt sich häufiges Wiederholen des Lernstoffs positiv auf Deinen Lernerfolg aus. Das reicht jedoch noch nicht. Stelle Dein neues Wissen nach dem Wiederholen auf die Probe, indem Du Dich selbst testest. Dadurch beschäftigst Du Dich nochmal intensiver mit dem Gelernten und erleichterst es Deinem Gehirn, die Informationen zu verarbeiten.

An den meisten Universitäten und Hochschulen kannst Du Dir Altklausuren im Hochschulnetzwerk herunterladen. Mithilfe dieser Probeklausuren kannst Du Dein Wissen gezielt testen und bekommst zusätzlich ein Gefühl dafür, welche Art von Fragen häufig in Klausuren vorkommen.

Eine weitere Möglichkeit, Deinen Lernfortschritt zu überprüfen ist, Dich von anderen abfragen zu lassen. Dadurch kannst Du nicht nur testen, ob das Wissen bei Dir vorhanden ist, sondern erfährst auch, ob Du es richtig wiedergeben kannst. Bilde am besten Lerngruppen mit Deinen Kommilitonen und Kommilitoninnen. So könnt ihr euch gegenseitig abfragen und vom Kenntnisstand der anderen profitieren.

Wir hoffen, wir konnten Dir ein paar neue Tipps mit auf den Weg geben. Viel Erfolg bei der Vorbereitung auf Deine Prüfungen. Du schaffst das!

Mach’s nicht gewöhnlich. Mach’s anders.
#sonotmainstream

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