Analytisches Denken? Was Arbeitgeber von Dir erwarten.

Der Denker mit Mundschutz beim analytischen Denken

In der Bewerbungsphase wirst Du schnell bemerken, dass die von Arbeitgebern erwarteten Fähigkeiten sich sehr ähneln. Neben einem ausgeprägten Fachwissen oder hoher Motivation sind meist die sogenannten Soft Skills von Bedeutung. Ein analytisches Denkvermögen ist dabei besonders wichtig und vor allem für technische Berufe ein absolutes Must-have. Doch um was handelt es sich dabei überhaupt? Wie kannst Du es trainieren und wie testen Arbeitgeber Deine analytischen Fähigkeiten? Antworten dazu findest Du in diesem Beitrag.

Was ist analytisches Denken?

Analytisches oder auch logisches Denken ist die Fähigkeit, ein Problem zu erkennen und es in seine „Einzelteile“ zu zerlegen, um dann für jedes dieser Teile eine eigenständige Lösung zu finden. Es geht demnach darum, über den Tellerrand hinaus zu blicken und sich nicht von einem Problem erschlagen zu lassen, sondern ein gewisses Abstraktionsvermögen zu besitzen.

Tiefes mathematisches Können musst Du dazu eher nicht vorweisen. Vielmehr geht es bei der Problemlösung um Logik und Kreativität. Sollte für eine Stelle also analytisches Denkvermögen gefragt sein, wirst Du im Vorstellungsgespräch nicht mit unlösbaren Matheaufgaben konfrontiert. Stattdessen will Dein Gegenüber herausfinden, ob Du in der Lage bist, komplexe Sachverhalte zu verstehen und diese in einen Kontext einzuordnen.

Analytische Fähigkeiten können ganz unterschiedlich eingesetzt und überprüft werden. Die Bandbreite reicht von komplexen Fallbeispielen bis hin zu Fragen, die absolut zusammenhangslos erscheinen. Doch gerade aufgrund der verschiedenen Einsatzmöglichkeiten ist dieser Soft Skill so gefragt.

SPECTRUM Insight: Neben dem analytischen Denken, bei welchem es sich um eine sehr wichtige Fähigkeit handelt, die immer wieder von Arbeitgebern, wie auch von uns, verlangt wird, sind auch viele andere Soft-Skills für den beruflichen Alltag essenziell. Daher erhalten unsere Berufseinsteiger im Rahmen ihres Karriereprogramms zahlreiche Schulungen in Bereichen wie Kommunikation, Auftreten und Wirken oder beispielsweise Präsentationstechniken.

Ein Bewerber überlegt.

Beispiele für analytisches Denken

Im Folgenden zeigen wir Dir zwei Beispiele, die Dir begegnen könnten, wenn Deine analytischen Fähigkeiten und Dein logisches Denken abgefragt werden. Versuche Dich einfach mal daran. Die jeweilige Lösung findest Du am Ende des Beitrags.

1. Vervollständige die Zahlenreihen.

3 7 6 10 9 _

2. Diese nächste Zahlenfolge kennst Du vielleicht schon. Versuche, sie zu vervollständigen.

0 1 1 2 3 _ 8 13 21

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Wird Dir in einem Bewerbungsgespräch eine Aufgabe zur Überprüfung Deines analytischen Denkvermögens gestellt, handelt es sich dabei oft um Zahlenketten, die vervollständigt werden müssen, oder um Muster, die fortgesetzt werden sollen. Zudem sind die sogenannten Fermi-Aufgaben oder auch Schätzfragen ein sehr beliebter Weg, um in einem Vorstellungsgespräch oder Assessment Center Bewerber auf die Probe zu stellen. Die Fermi-Fragen sind nach dem amerikanischen Kernphysiker Enrico Fermi benannt. Dieser ist dafür bekannt geworden, dass er trotz mangelnder Informationen spontan gute Abschätzungen liefern konnte. Eine der bekanntesten Fermi-Fragen lautet:

Wie viele Klavierstimmer leben in Chicago?

Will man diese Frage lösen, muss man sehr systematisch vorgehen. Ein Lösungsansatz wäre die Einteilung der Hauptfrage in diese Unterfragen:

  • Wie viele Menschen leben in Chicago?
  • Wie viele davon haben ein Klavier?
  • Wie lange (Stunden) arbeitet ein einzelner Klavierstimmer im Jahr?

Durch ein solches Vorgehen, also das Zerlegen der Aufgabe in mehrere Teilaufgaben und die Beantwortung dieser, nähert man sich Schritt für Schritt einer Lösung.

Ein leckerer Schokokuchen.

Grundsätzlich gibt es bei solchen Fragen jedoch kein richtig oder falsch, da der Ergebniswert von den Entscheidungen abhängt, die man in den einzelnen Schritten getroffen hat. Ein Personaler möchte damit lediglich prüfen, ob jemand in der Lage ist, eine zusammenhangslose Frage ohne Zusatzinformationen zu beantworten. Hier ist es also wichtig, dass Du Deine Herangehensweise nachvollziehbar erläuterst, nicht die eigentliche Lösung.

SPECTRUM Tipp: Möchtest Du mehr über das Thema „Fermi-Fragen“ erfahren, findest Du hier einen interessanten Beitrag.

Kann man analytisches Denken trainieren?

Diese Frage lässt sich mit einem simplen „Ja“ beantworten. Wie bei vielen anderen Dingen wird man durch regelmäßiges Üben auch im analytischen Denken besser. So können beispielsweise Spiele wie Schach oder auch Poker, die ein strategisches Vorgehen erfordern, analytische Fähigkeiten fördern. Auch sogenannte „Planspiele“ sind bestens dafür geeignet.

SPECTRUM Tipp: Auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung (kurz bpb) findest Du eine ganze Planspiel-Datenbank.

Fühlst Du Dich fit genug, um derartige Aufgaben lösen zu können, kann es in die Bewerbungsphase gehen. Einer der vielen Jobs, für welche das analytische Denken eine Grundvoraussetzung ist, ist zum Beispiel der Data Analyst. Auch wir suchen laufend Data Analysten und viele weitere talentierte Berufseinsteiger, die sich für die IT begeistern. Schau doch mal auf unserem Jobportal vorbei.

Viel Erfolg auf Deinem Weg in die Berufswelt!

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Lösungen:
1. Die Lösung ist 13!
Bei dieser Aufgabe gibt es mehrere Möglichkeiten, um auf die gesuchte Zahl zu kommen.
Zum einen kannst Du zunächst 4 addieren und dann wieder 1 abziehen, d.h. 3+4 = 7, 7-1 = 6, 6+4 = 10, 10-1 = 9 und 9+4 = 13.
Oder Du hast erkannt, dass es sich um zwei unabhängige Zahlenreihen handelt.
Die eine Reihe startet bei Drei, die andere bei Sieben Jede Reihe wird abwechselnd um 3 erhöht, d.h. 3+3 = 6, 6+3 = 9 und 7+3 = 10, 10+3 = 13.

2. Die Lösung ist 5!
Hierbei handelt es sich um die Fibonacci-Zahlen. Die ersten beiden Zahlen sind 0 und 1.
Von da an werden immer die zwei vorangegangene Zahlen addiert. 0+1 =1, 1+1 = 2, 1+2 = 3, 2+3 = 5 und so weiter.

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