Active Sourcing: wie und warum?

Zwei Wissenschaftler arbeiten im Labor. Eine Forscherin im Vordergrund, im Hintergrund arbeitet ein Wissenschaftler am Mikroskop.

Der Fachkräftemangel ist in aller Munde. Der daraus resultierende „Talent War“ erhöht den Druck für Unternehmen. Den Personalverantwortlichen reicht es nicht mehr aus, einfach nur Stellenanzeigen zu schalten.

Es muss aktiv nach Talenten gesucht werden.

Active Sourcing: Eine Lösung?

Der „Modebegriff“ Active Sourcing beschreibt die direkte Ansprache besonders talentierter potentieller Mitarbeiter. Es handelt sich dabei um eine Maßnahme der Personalbeschaffung, bei der es sich nicht um einen vollkommen neuartigen Trend handelt, sondern die lediglich vom Offline- in den Online-Bereich verlagert wurde. Von erfolgreichem Active Sourcing spricht man dann, wenn es gelingt, ein gefundenes Talent an das Unternehmen zu binden. Ziel des Ganzen ist es, das eigene Unternehmen ins Bewusstsein passender Talente zu rücken.

Active Sourcing hat als Maßnahme im Recruiting immer mehr Anklang gefunden. Eine Studie der Jobbörse Monster zeigt, dass von mehr als 3.400 befragten Stellensuchenden und Karriereinteressierten 51,4 Prozent angaben, lieber angesprochen zu werden als selbst die Initiative zu ergreifen.

Die aktive Ansprache von potentiellen Kandidaten benötigt viel Know-how und auch mehr Zeit als der klassische Weg. Jedoch kann sich diese Methode für Arbeitgeber aufgrund der Beliebtheit bei den Kandidaten auszahlen.

Die wichtigsten Methoden des Active Sourcing

  • Talentpool Screening
    Durchsicht eines eigenen Pools aus bereits vorhandenen Talenten wie Praktikanten, Bacheloranden, Masteranden oder Bewerber mit interessantem Qualifikationsprofil
  • Profile Mining
    Suche nach Talenten in Karrierenetzwerken (zum Beispiel Xing, LinkedIn, etc.)
  • CV Database Search
    Durchsicht von Lebensläufen in Datenbanken oder Jobplattformen (z.B. StepStone)
  • Referral Sourcing
    Nutzen von Kontakten von Mitarbeitern durch beispielsweise Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Aktionen
  • Harvesting
    Durchsuchen eines einzelnen Kanals nach einer speziell benötigten Qualifikation

Managerin zeigt einem Kunden die Informationen auf dem Laptop an.

Als typische offline Kanäle lassen sich Job-Karrieremessen und Absolventenkongresse identifizieren. Online wird über soziale Netzwerke, Karrierenetzwerke und Lebenslaufdatenbanken aktiv gesucht. XING führt mit 58 Prozent die am meisten genutzten Plattformen für Active Sourcing mit weitem Abstand und weiterhin steigender Nutzungstendenz an. Auch LinkedIn schneidet nicht schlecht ab und ist mit 35 Prozent auf Platz zwei der meistgenutzten Plattformen.

Die Vor- und Nachteile von Active Sourcing

Active Sourcing ist deutlich effizienter als das reine Schalten von Stellenanzeigen. Durch die Vorauswahl der Kandidaten sind geringere Streuverluste zu verzeichnen und weniger Aufwand ist notwendig. Active Sourcing bietet eine moderne Möglichkeit, qualifiziertes Personal zu finden.

Andererseits benötigt die Identifikation der relevanten Kanäle natürlich zunächst viel Zeit. Dabei kann es vorkommen, dass das HR-Team zu einer eigenen Abteilung umstrukturiert werden muss. Um Kandidaten gut und objektiv beurteilen zu können, müssen Recruiter darüber hinaus oftmals gezielt geschult werden.

Hilfreiche Tipps für das Active Sourcing

Die Studie der Jobbörse Monster zeigt, dass es in Sachen Qualität der aktiven Ansprache noch Nachholbedarf gibt. Denn viele der befragten Unternehmen passen die Nachrichten nur geringfügig an die Kandidaten an. Dabei sollte die Qualität im Mittelpunkt stehen. 27,9 Prozent der befragten Kandidaten fühlten sich durch die unpersönliche Behandlung genervt. Bevor Kandidaten also angesprochen werden, sollten sich Recruiter im Prozess des Active Sourcing unbedingt alle notwendigen Kompetenzen aneignen. Nur so kann diese Methode zu Erfolgen führen. Dazu sollte man nicht nur die wichtigsten Plattformen kennen und kennenlernen, sondern auf diesen auch gut vernetzt und aktiv sein.

Bei der Kontaktaufnahme sollten die wichtigen Informationen nicht erst am Ende des Anschreibens, sondern am Anfang stehen. Viel zu lange und ausführliche Emails kommen bei potentiellen Kandidaten nicht gut an. Relevante Informationen sollten nicht vergessen werden: Was könnte für die Kandidaten relevant und interessant sein?

Weiterhin ist es nicht empfehlenswert, einfach Stellenausschreibungen zu versenden. Diese Vorgehensweise wirkt sehr unpersönlich und wird in den meisten Fällen dazu führen, dass die Nachricht gänzlich ignoriert wird.

Das Bild zeigt zwei Geschäftsfrauen die einen Vertrag unterzeichnen.

Unsere Empfehlung für Unternehmen

Jeder Recruiter sollte das Active Sourcing beherrschen. Unternehmen sind dadurch in der Lage, talentierte Kandidaten an sich zu binden und im Krieg der Talente zumindest mitzuhalten.

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