10 Psychotricks mit denen Du im Vorstellungsgespräch punktest

Eine Hand zerquetscht einen Stressball in Form eines Gehirns.

Du hast Dich auf Deine Traumstelle beworben und wurdest zum Vorstellungsgespräch eingeladen? Glückwunsch! Die Personalabteilung hat sich vermutlich bei Dir gemeldet, weil Du in Deiner Bewerbung einen guten ersten Eindruck hinterlassen hast und Deine fachlichen Kompetenzen aus Studium, Praktika und ähnlichen Erfahrungen zum Tätigkeitsbereich der offenen Stelle passen. Doch im Vorstellungsgespräch geht es nun weniger um Deine fachlichen Kompetenzen. Die Personaler werden den Fokus viel mehr auf Deine Persönlichkeit und Deine Soft Skills legen.

Damit Du Dich optimal präsentieren kannst, stellen wir Dir in diesem Beitrag 10 psychologische Tricks vor, mit denen Du den Verlauf Deines Vorstellungsgesprächs positiv beeinflussen kannst.

1. Den richtigen Termin finden

Hast Du die Möglichkeit den Termin für das Vorstellungsgespräch zu beeinflussen, nutze sie unbedingt!

Wenn Menschen müde sind oder Hunger haben, neigen sie zu sogenannten „Default“-Entscheidungen, d.h. kognitiv anspruchsvolle Entscheidungen werden vermieden und einfache schnelle Entscheidungen werden vorgezogen. Bezogen auf das Vorstellungsgespräch wäre eine solche „Default“-Entscheidung eine Absage, weil bei einer Absage deutlich weniger kognitive Energie beansprucht wird als bei einer detailliert durchdachten Zusage.

Mehrere Pins die in einen Kalender gesteckt werden.

Die besten Wochentage für ein Vorstellungsgespräch sind Montag bis maximal Mittwoch, denn zu Beginn der Woche ist das Energielevel der Personaler noch relativ hoch. Bei der Wahl der Uhrzeit solltest Du Dich entweder auf den frühen Vormittag konzentrieren, da sie zu diesem Zeitpunkt vermutlich noch nicht hungrig sind, oder zeitnah nach der Mittagspause erscheinen. Dann sind sie höchstwahrscheinlich nicht mehr hungrig.

2. Die Farbe Deiner Kleidung

Verschiedene Farben repräsentieren verschiedene Eigenschaften. Dieses Wissen kannst Du nutzen, um Dein Outfit für das Vorstellungsgespräch entsprechend anzupassen.

Auszug aus der Farbensymbolik:

  • Weiß: ehrlich, organisiert
  • Grau: analytisch, rational
  • Rot: kraftvoll, dynamisch
  • Schwarz: stark, konservativ
  • Blau: seriös, vertrauenswürdig

Bewirbst Du Dich beispielsweise auf eine Stelle im IT-Bereich, in welchem vor allem analytisches Denken und Logik gefragt sind, wäre ein hoher Grauanteil in Deinem Outfit passend.

Weitere Tipps rund um das Outfit fürs Vorstellungsgespräch findest Du in unserem Newsroom.

Einblick in den Kleiderschrank einer Frau.

3. Das Alter Deines Gesprächspartners

Werte und Normen beherrschen unseren Alltag, doch welches Wertemodel in unserem Denken die Oberhand hat, ist stark davon abhängig, welcher Generation wir angehören. Wenn Du das Alter Deines Gesprächspartners vorher kennst, kannst Du im Gespräch gezielt auf Merkmale Deiner Persönlichkeit eingehen, die im Wertemodell Deines Gegenübers wahrscheinlich positiv verknüpft sind und dadurch Pluspunkte sammeln.

Wertemodelle nach Alter:

  • 20-30 Jahre: Selbstverwirklichung und Individualität
  • 30-50 Jahre: Work-Life-Balance und Kreativität
  • 50-70 Jahre: Starkes Leistungsmotiv

4. Behalte Deine Hände im Auge

Deine Hände sind ein essenzielles Instrument der zwischenmenschlichen Kommunikation in Form von Gestik. Mit Deinen Händen kannst Du Deinem Gesprächspartner starke Hinweise zu Deiner aktuellen emotionalen Verfassung geben. Nutze dieses Wissen und setzte Deine Hände gekonnt ein, um einen positiven Eindruck bei Deinem Gegenüber zu hinterlassen.

Versteckst Du Deine Hände oder tippelst nervös mit Deinen Fingern auf dem Tisch herum, zeigst Du damit Abwehrverhalten bzw. innere Unruhe. Dagegen strahlen nach unten gerichteten Handflächen Ruhe und Ehrlichkeit aus und steigern Deine Sympathiepunkte bei Deinem Gesprächspartner. Weiterhin kannst Du mit nach oben gerichteten Handflächen in Kombination mit ruhigen, flüssigen Handbewegungen Kompetenz und Expertise vermitteln.

Lockeres Bewerbungsgespräch mit Flirtstimmung.
SPECTRUM Insight: Auch unsere Recruiter lernen tagtäglich talentierte Bewerber kennen und achten auf Dinge wie diese. Bereitest Du Dich gerade auf Dein Vorstellungsgespräch bei uns vor oder möchtest Dich bei uns bewerben, verraten wir Dir in unserem Beitrag Unsere Recruiter packen aus wie Du sie von Dir überzeugst.

5. Mehr Sympathie durch Spiegeln

Beim sogenannten Mirroring geht es darum, das Verhalten Deines Gegenübers zu kopieren (spiegeln). Psychologische Untersuchungen haben gezeigt, dass dies dazu führt, dass Dein Gegenüber Dich dann automatisch sympathischer findet. Dieser Effekt ist darauf zurückzuführen, dass wir grundsätzlich Personen und Dinge, mit denen wir Gemeinsamkeiten teilen, positiver bewerten.

SPECTRUM Tipp: Im Vorstellungsgespräch ist es entscheidend, beim Mirroring subtil vorzugehen. Fällt Deinem Gesprächspartner auf, dass Du seine Mimik und Gestik nachahmst, verunsicherst Du Dein Gegenüber und hinterlässt dadurch eher einen negativen Eindruck. Versuche daher lieber Gemeinsamkeiten zu finden und diese im Gespräch hervorzuheben, um Deine Sympathiewerte zu steigern.

Zwei Zwillinge zeigen mit dem Zeigefinger aufeinander.

6. Sprich lebendig und ausdrucksstark

Setz Deine Stimme gekonnt ein, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Monotones herunterbeten vorher auswendig gelernter Standardantworten schläfert den Personaler eher ein und lässt die Erinnerung an Dich verblassen wie einen belanglosen Traum.

Sprichst Du voller Enthusiasmus und mit Abwechslung in der Stimme, wirkst Du hingegen motiviert und intelligent und kannst dadurch einen positiven Eindruck hinterlassen. Weitere Tipps wie Du mit Deiner Sprache im Vorstellungsgespräch überzeugen kannst, findest Du in unserem Beitrag zum Thema Rhetorik.

7. Wiederhole Keywords

Ähnlich wie bei Punkt 5 kannst Du neben der Verhaltensspiegelung auch vom Personaler genutzte Schlüsselbegriffe nutzen, um eine positive Verbindung aufzubauen.

Höre genau zu, wenn Dir Dein Gesprächspartner eine Frage stellt, um bestimmte Keywords herauszuhören und herauszufinden, was dem Personaler wichtig ist. Nutze die entdeckten Schlüsselbegriffe dann in Deinen Antworten. Baue dadurch logisch auf die gestellten Fragen auf und vermittle gleichzeitig, dass Dir dieselben Dinge wichtig sind wie Deinem Gegenüber.

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8. Stell die richtigen Fragen

Ein Vorstellungsgespräch ist, wie es der Name schon sagt, ein Gespräch. Dass heißt für Dich, dass Du auch Fragen stellen darfst bzw. sollst.

Sollte sich das Gespräch gerade nicht sehr gut entwickeln, kannst Du beispielsweise fragen, warum Du zum Gespräch eingeladen wurdest. Dadurch lenkst Du den Fokus wieder auf Deine positiven Aspekte.

Ein Schlüssel steckt im Schlüsselloch einer Tür.

Welche Fragen sich besonders gut für ein Vorstellungsgespräch eignen, kannst Du in unserem Beitrag zum Thema gute Fragen für das Vorstellungsgespräch nachlesen.

9. Sympathie zeigen

Menschen sind extrem soziale Lebewesen und mögen es daher in der Regel, wenn sie von anderen Menschen gemocht werden.

Auch wenn Du Deinen Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch das erste Mal kennenlernst, solltest Du Dich voll und ganz auf Dein Gegenüber einlassen und zeigen, dass Du ihn oder sie sympathisch findest. Kommen Deine Signale an, kannst Du damit rechnen, im Gegenzug auch mehr Sympathie von Deinem Gesprächspartner zu bekommen.

10. Der Primacy-Recency-Effekt

Neben dem Default-Effekt aus Punkt 1 und der Mirroring-Strategie aus Punkt 5 ist der Primacy-Recency-Effekt ein weiteres psychologisches Phänomen, das Du nutzen kannst, um den Verlauf Deines Vorstellungsgesprächs positiv zu beeinflussen.

Der Primacy-Recency-Effekt besagt, dass uns der Anfang und das Ende eines bestimmten Ereignisses besser in Erinnerung bleibt als das, was dazwischen passiert.
Das heißt für das Vorstellungsgespräch: Deine überzeugendsten Kompetenzen, Charakterzüge und Skills solltest Du gleich zu Beginn des Gesprächs und/oder ganz am Ende präsentieren, damit dem Personaler diese Aspekte Deiner Person am Besten im Gedächtnis bleiben.

Willst Du einfach nur, dass Dein Gegenüber sich an Dich erinnert, kannst Du auch einfach am Anfang und am Ende des Gesprächs einen lustigen Tanz aufführen. Nein, tue das bitte nicht. Das war ein Spaß. 😉

Eine Bewerberin mit blauer Perücke und grüner Clownsbrille.

Fazit

Menschen sind beeinflussbar. Und Personaler sind auch nur Menschen wie Du und ich. Kleine Veränderungen in der Art, wie Du spichst oder Dich verhältst, können einen immensen Effekt darauf haben, wie Dich Dein Gegenüber wahrnimmt.

Wir sind gespannt darauf, welche Tricks Du anwenden wirst. Schau doch mal in unserem Jobportal vorbei und bewirb Dich bei uns. Wir freuen uns auf Dich!

 

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Mach’s nicht gewöhnlich. Mach’s anders.
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